Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Trauerhalle aus dem Jahr 1968 weist erhebliche Mängel auf.
+
Die Trauerhalle aus dem Jahr 1968 weist erhebliche Mängel auf.

Offenbach

Offenbach: Plan für neue Trauerhalle gestoppt

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

Wegen explodierender Kosten im Baugewerbe soll geprüft werden, ob statt eines Neubaus die Sanierung möglich ist. Die CDU kritisiert, dass eine Sanierung in der Gesamtrechnung viel teurer wäre.

Es waren schlechte Nachrichten, die Kämmerer Martin Wilhelm (SPD) auf seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr verkünden musste. Aufgrund der gestiegenen Preise im Baugewerbe sind die Kostenberechnungen für Neubau und Sanierung der Trauerhalle am neuen Friedhof drastisch von sechs auf rund 10,6 Millionen Euro gestiegen. Geld, das die klamme Stadt nicht hat.

Deshalb soll nun ergebnisoffen geprüft werden, ob statt des Neubaus, wie es die Stadtverordneten im Dezember 2020 beschlossen hatten, nur das Bestandsgebäude saniert werden soll, um es zehn weitere Jahre zu erhalten und danach erst neu zu bauen. „Aufgrund der dramatischen Situation sehen wir diesen Schritt als zwingend notwendig an, um zu schauen, ob es auch anders geht“, sagt Wilhelm, der als Stadtrat für die ESO Dienstleistungsgesellschaft zuständig ist, die die Friedhöfe verwaltet. Klar sei, dass der Zustand der Trauerhalle erhebliche Mängel aufweise. Bis zur Sommerpause soll es einen Beschluss der Stadtverordneten geben– entweder für den Erhalt oder doch für den Neubau mit den damit verbundenen Mehrkosten.

Kritik von der CDU

Wenn es nach der CDU geht, ist klar, was passieren muss. „Ein Neubau ist unausweichlich. Und je früher man das macht, umso besser und günstiger“, findet Roland Walter, Fraktionsvorsitzender der Union. Eine bloße Sanierung wäre aus seiner Sicht viel teurer. Die Trauerhalle würde zur Dauerbaustelle mit bleibenden Mängeln, gigantischen Kostenrisiken sowie unzureichenden Arbeitsschutz- und Hygienebedingungen werden. „Alle vorgelegten Gutachten raten zum Neubau statt einer Sanierung“, betont Walter.

Die Trauerhalle aus dem Jahr 1968 ist in all den Jahren nie saniert worden. Es gibt Risse in Wänden und Decken. Die Deckenhöhe im Kühlraum ist viel zu niedrig. Die Toiletten sind zu eng und nicht barrierefrei. Es gibt durch eindringende Feuchtigkeit Probleme mit Schimmel in den Räumen. Die bunten Glasfenster des Künstlers Bernd Rosenheim wölben sich bei Hitze und Kälte. Neben den bekannten Problemen wurde bei den konkreten Planungen festgestellt, dass auch die Kanalisation unter dem Boden marode ist.

Sollte man sich für die Erhaltungsvariante entscheiden, stünde die Kanalisation auf der Prioritätenliste ganz oben. „Der Bauantrag für den Neubau ist fertiggestellt, aber nicht eingereicht“, sagt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Offenbach. Darin enthalten wäre auch der Wiedereinbau der Rosenheim-Fenster.

„Planungen für den Erhalt der Fenster und des Eingangsportals in einem ,Raum der Stille‘ mit zusätzlichen Kosten in Höhe von rund einer Million Euro sind nicht zu vermitteln. Das ist überflüssig“, findet Walter. Die Variante mit den Fenstern sei seinerzeit auf Wunsch der SPD vom damaligen Kämmerer Peter Freier (CDU) geprüft worden. „Zudem gibt es hierzu keine irgendwie geartete Verpflichtung, was sich aus einem internen Rechtsgutachten ergibt“, sagt Walter.

Eine Refinanzierung der Mehrkosten über eine Gebührenerhöhung lehnen alle Beteiligten in der Stadt ab. „Die Nutzungsgebühr sollte nicht über 250 Euro steigen, damit die Halle für die Angehörigen attraktiv und bezahlbar bleibt“, betont Loose.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare