+
Offenbach. 05.02.2020. Trinkhalle, Wasserhaeuschen, Kiosk am Starkenburgring an der Sana-Klinik.

Offenbach

Offenbach: Plädoyer zum Erhalt der Wasserhäuschen

  • schließen

Offenbach Die Linke fordert den Schutz von Kiosken und Trinkhallen. Doch ihr Antrag findet keine Mehrheit.

Athanassios Dimakos würde seinen Kiosk vor dem Offenbacher Sana-Klinikum gerne weiter betreiben. Seit 26 Jahren verkauft der gebürtige Grieche in dem Büdchen, das er sich mit einem Blumenladen teilt, Zeitungen, Zigaretten und Bier. Doch die Offenbacher Stadtverordneten haben auf Initiative der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wähler im Dezember beschlossen, das Areal vor dem Krankenhaus, wo zwischen wilden Parkplätzen und ungenutzten urbanen Zwischenräumen auch Dimakos‘ Trinkhalle steht, in einen kleinen Park umzuwandeln. Ob Dimakos dann irgendwo anders weitermacht, weiß der 67-Jährige noch nicht. Die Linken in Offenbach wollen verhindern, dass Dimakos’ Trinkhalle überhaupt abgerissen wird. „Wir wollen, dass das urtypische Wasserhäuschen am Klinikum“ erhalten bleibt, sagt der linke Stadtverordnete Peter Schnell. Solche Wasserhäuschen seien als „Knotenpunkte des sozialen Austauschs“ ein „Teil der Offenbacher Identität“. Es gebe aber immer weniger dieser Treffpunkte.

Schnells Fraktion hat deshalb für die gestrige Sitzung der Stadtverordneten einen Ergänzungsantrag verfasst. Denn der geplante Park ist Teil des sogenannten „Grünen Ringnetzes in der äußeren Kernstadt“, für dessen Ausbau gestern ein Entwicklungskonzept beschlossen wurde. Mithilfe von Fördergeldern sollen über eine Laufzeit von zehn Jahren etliche Einzelmaßnahmen umgesetzt werden – etwa die Aufwertung des Hainbachtals durch eine Wildnisfläche oder ein Lückenschluss des Grünrings auf Höhe der Waldstraße.

Chance für die Parkanlage

Den anderen Lückenschluss am Klinikum hatten die Linken im Dezember bereits grundsätzlich kritisiert: Deren Stadtverordnete Marion Guth problematisierte, dass die Stadt nun 8400 Quadratmeter zurück kaufe, die sie 2013 an den Sana-Konzern „verschenkt“ habe. Guth meinte damit der Verkauf des städtischen Klinikums an die Münchner Sana AG für einen symbolischen Euro im Jahr 2013. Die Schulden des Klinikums blieben damals an der Stadt hängen. Doch der Lückenschluss kommt. Die Linke mahnte nun, dass der Magistrat den Ausbau der Parkanlage als „Chance“ begreifen solle, das Wasserhäuschen in den Grünring zu integrieren. „Städtebaulich dürfte sich das Büdchen gut in ein Parkkonzept einfügen“, befand der linke Stadtverordnete Schnell. Doch der Vorstoß der Linken zum Büdchen-Schutz fand – so wie bei Anträgen der Fraktion üblich – keine Mehrheit unter den Offenbacher Stadtverordneten. Der Ergänzungsantrag sei „sehr kurzfristig“ eingegangen und ließ sich deshalb unter den Koalitionären nicht mehr rechtzeitig vor der Sitzung absprechen, erklärte der grüne Stadtverordnete Edmund Flößer-Zilz das Abstimmungsverhalten. Er selbst habe aber „durchaus Sympathien für den Gedanken“, das Häuschen zu erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare