Verkehr

Pförtnerampeln und Lkw-Durchfahrverbot in Offenbach

  • schließen

Die Stadt setzt zur Minderung der Stickoxid-Emissionen auch auf eine digitale Ampelsteuerung. 

Offenbach will mit einer Gesamtstrategie zur Luftreinhaltung ein drohendes Diesel-Fahrverbot doch noch vermeiden. Denn es ist unbestritten: Die Luft muss sauberer werden. Die Grenzwerte für die Stickoxidbelastung werden an den Messstellen Mainstraße sowie Bieberer Straße und Untere Grenzstraße im Osten der Stadt überschritten.

Zu dem Maßnahmenbündel für Offenbach gehören ein Durchfahrverbot für Lastwagen (Kosten 1,2 Millionen Euro), eine intelligente, digitale Ampelsteuerung, um den Verkehrsfluss zu optimieren und den emissionsintensiven Stop-and-Go-Verkehr zu reduzieren (Kosten: 8 Millionen Euro) und Pförtnerampeln an der Stadtgrenze (Kosten: 6,1 Millionen Euro). Über diese Projekte, die bis 2020 umzusetzen sind, sollen die Stadtverordneten in Kürze einen Grundsatzbeschluss fassen.

Weiter geplant sind die Ausweisung von zusätzlichen Tempo-30-Zonen, der Ausbau der E-Mobilität, die Anschaffung von 23 Elektrobussen bis 2023, die Stärkung des Radverkehrs und des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die Stadt hofft auf Fördermittel von 50 bis 70 Prozent.

Für Verzögerungen bei der Umsetzung der Projekte sorgt aktuell der noch nicht genehmigte Haushalt 2019. Deshalb können derzeit keine Aufträge ausgeschrieben werden. Dies betrifft beispielsweise die Planungen für die umweltsensitive Verkehrssteuerung mit Pförtnerampeln. Die NOx-Belastung könnte damit nach Angaben der Stadt um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden.

Offenbach: Kauf von sieben E-Bussen

Fest steht, dass in diesem Jahr mit dem Kauf von sieben E-Bussen die Umstellung der Busflotte gestartet wird. Um einen Anreiz zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bieten, wurden im vergangenen Jahr ein 7,5-Minuten-Takt eingeführt und weitere Haltestellen eingerichtet.

18 städtische Dienstfahrzeuge sind bereits elektrisch angetrieben, auch Kehrmaschinen fahren zum Teil mit Strom. An sechs E-Mobilstationen können sechs E-Autos und 20-E-Bikes ausgeliehen werden. Das decke den aktuellen Bedarf, sagt die Stadt.

Es gibt bereits zahlreiche Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet, die vor allem die Verkehrs- und Lärmbelastung in Wohngebieten reduzieren sollen. Auf der Bieberer Straße wurde 2017 ein Pilotversuch gestartet, um die Folgen von Tempo 30 auf die Schadstoffbelastung der Luft zu evaluieren. Im selben Jahr wurde erstmals der Grenzwert eingehalten.

Von einem Lastwagen-Durchfahrverbot erhofft sich die Stadt eine Reduzierung des Lkw-Verkehrs um 40 Prozent. Das sind etwa 1200 Lastwagen pro Tag. Für die Umsetzung des Fahrverbots sind noch Abstimmungen mit den Nachbarkommunen nötig, da die Stadt Umleitungsstrecken anbieten muss. Auch das Land muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare