Kreis Offenbach

Viele Quereinsteiger an Grundschulen

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Die Lehrer-Gewerkschaft GEW kritisiert den Zustand an Grundschulen.

Der Anteil an verbeamteten Lehrerinnen und Lehrern ist an Grundschulen in Stadt und Kreis Offenbach gesunken – das geht laut der Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft hervor. Laut GEW beteiligten sich 43 von 65 Offenbacher Grundschulen an der Umfrage. Das Ergebnis: An fast allen Schulen in Stadt und Kreis arbeiten inzwischen Lehrer, die mit schlechter bezahlten, außerplanmäßigen Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes des Landes Hessen (TV-H) arbeiten. An lediglich drei der 43 Schulen gebe es keine solche Verträge.

Insgesamt arbeiteten an den Schulen 180 Lehrer mit TV-H-Verträgen, also im Schnitt 4,18 pro Schule. An sechs Schulen gebe es zehn oder mehr solcher Verträge, an einer Schule sogar 13.

Mehr als ein Drittel der TV-H-Verträge seien mit Quereinsteigern aus „völlig fachfremden“ Berufsfeldern besetzt. Deutlich weniger als ein Drittel seien Personen mit erstem Staatsexamen, Lehramtsstudenten, Pensionierte oder Lehrer aus dem Ausland.

„Mit diesen Ergebnissen stellt sich die Frage nach der Wertigkeit des Grundschullehramts für das Kultusministerium und allgemein in der Gesellschaft“, kritisiert die GEW. In derselben Umfrage hätten Lehrer beklagt, dass es inzwischen Probleme bei der Qualitätssicherung des Unterrichts gebe. Berufsfremd Unterrichtende können teilweise nicht selbstständig arbeiten, häufig sei nur der Einsatz in doppelter Besetzung möglich.

Die Gewerkschaft fordert sofortige „umfangreiche Weiterqualifizierung“ für die nichtverbeamteten Lehrkräfte, außerdem mehr Studienplätze und die Erhöhung der Besoldung für Grundschullehrer auf A13, um die Attraktivität des Berufs zu erhöhen.

Reguläre Lehrkräfte sollten laut GEW entlastet werden, wenn sie berufsfremd unterrichtende Kollegen unterstützen.

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