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Auch Einheiten des SEK Hessen waren an den Festnahmen der drei mutmaßlichen IS-Anhänger in Offenbach beteiligt. Das Foto zeigt Spezialkräfte bei einer Übung.

Offenbach

Terrorverdächtiger aus Offenbach weiter in Haft

Drei mutmaßliche IS-Anhänger waren im November in Offenbach festgenommen worden. Zwei Männer sind auf freiem Fuß, beim Hauptbeschuldigten soll Fluchtgefahr bestehen.

Einer der drei mutmaßlichen IS-Anhänger, die Mitte November bei einem Großeinsatz von Polizei und Landeskriminalamt (LKA) in Offenbach festgenommen worden waren, sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Dies teilte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, gestern der FR mit.

Gegen den 24-jährigen Deutschen mazedonischer Abstammung bestehe nach wie vor der dringende Verdacht, einen Terroranschlag im Rhein-Main-Gebiet vorbereitet zu haben. Der Haftbefehl war wegen Fluchtgefahr erlassen worden. Zwei weitere verdächtige 21 und 22 Jahre alte türkische Staatsangehörige befinden sich „mangels eines dringenden Tatverdachts“ auf freiem Fuß.

Die Festnahme der drei Offenbacher, die der salafistischen Szene angehören und sich als Unterstützer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bezeichnet haben sollen, hatte seinerzeit bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben Niesens hatte sich der in Untersuchungshaft befindliche 24-Jährige bereits „Bestandteile zur Herstellung von Sprengstoff“ beschafft. Außerdem soll er im Internet nach Möglichkeiten zum Kauf von Schusswaffen gesucht haben. Sein Ziel sei es gewesen, „möglichst viele Ungläubige im Rhein-Main-Gebiet zu töten“.

Die Sprecherin betonte, dass die Ermittlungen gegen alle drei Beschuldigten weiter andauerten. Wann das Verfahren abgeschlossen werde, könne sie derzeit nicht sagen. Niesen gab keine Auskunft, ob sich der Hauptbeschuldigte zu den Vorwürfen geäußert hat. Eine FR-Anfrage an das LKA blieb gestern unbeantwortet.

In Offenbach hatte die Festnahme der drei Männer, von denen zwei hier geboren worden sein sollen, für Entsetzen gesorgt. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) hatte damals gemeint, die Stadt werde nichts schönreden, sondern Schlüsse für ihre Präventionsarbeit ziehen.

Er sagte gestern der FR, im Magistrat herrsche Konsens, die Ermittlungsergebnisse abzuwarten. Denn erst dann herrsche Klarheit, ob möglicherweise Versäumnisse vorlägen und Tatverdächtige durchs „Raster gefallen“ seien. Nach seinen Worten macht es einen Unterschied, ob sich jemand übers Internet („da hätten wir wenig tun können“) oder in einer Moschee radikalisiert habe.

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