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Frühestens 2024 kann die Hochschule das Areal beim Isenburger Schloss verlassen.

HfG-Neubau

Schritt zum neuen Offenbacher Campus

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Land kauft zwei Grundstücke im Hafen für den HfG-Neubau für 13 Millionen Euro.

Wenn es um den Offenbacher Hafen geht, sind die Stadtoberen oder die zuständige Projektentwicklungsgesellschaft OPG gern in Jubellaune. Nur das Thema Neubau der Hochschule für Gestaltung (HfG) trübte bisher die Stimmung, herrschte doch drei Jahre weitgehend Stillstand. Umso glücklicher zeigten sich Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), HfG-Präsident Bernd Kracke und OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha am Freitag, als der Grunderwerb für den Campus verkündet wurde.

Für insgesamt 13 Millionen Euro hat das Land am Dienstag die beiden für den Neubau notwendigen Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 15 046 Quadratmetern von der Stadt erworben. Das Grundstück liegt auf der Landseite am Hafen zwischen Marina Gardens und dem Baufeld Mainkai zwischen Elisabeth-Selbert-Steg und Walter-Spiller-Brücke.

„Was andere in zehn Jahren nicht geschafft haben, haben Sie in 100 Tagen erlebt“, lobte Schwenke die Ministerin. Denn in den vergangenen drei Jahren schien es, dass bei Dorns Vorgänger Boris Rhein (CDU) der Neubau wenig Priorität hatte. Nachdem dieser im Oktober 2015 den Entschluss zum Bau eines Campus am Hafen durch das Hochschulbau-Investitionsprogramm „Heureka“ verkündete, wurde es still um das Projekt.

Es gab keinen Termin für den Grundstückskauf, nicht einmal eine Visualisierung eines möglichen Neubaus wurde kommuniziert. Dabei wird eine Verlegung der Hochschule an den Hafen schon viel länger diskutiert: Bereits vor zwölf Jahren schlug HfG-Präsident Kracke dem Land vor, die akute Raumnot der Hochschule mit einem großzügigen Neubau an einem anderen Standort zu bekämpfen.

Den Schritt zum Erwerb des Grundstücks hat ein Kompromiss geebnet, wie Schwenke und Kämmerer Peter Freier (CDU) sagen: Bisher war der Grundstückskauf mit der Frage der Nachnutzung des bisherigen Standorts verknüpft, nun haben Stadt und Land dies abgekoppelt. Denn zwischen Stadt und Land herrschte in den vergangenen Jahren immer wieder Uneinigkeit, wie vorgegangen werden sollte. Mal wurde eine Grundstückstauschoption angeführt, dann ein Erwerb des jetzigen Standorts am Isenburger Schloss durch die Stadt. Völlig ungeklärt war auch, was mit dem Areal am Schloss geschehen soll, wenn die Hochschule an den Hafen zieht.

Kämmerer Freier hatte schließlich die jährlichen Zahlungen von 250 000 Euro der Stadt an das Land für die Hochschule gestoppt - Offenbach ist hessenweit die einzige Stadt, die noch für eine Hochschule zur Kasse gebeten wird. „Die Nachzahlungen für die vergangenen drei Jahren werden jetzt erfolgen, außerdem gibt es sehr freundliche Signale aus dem Ministerium, diesen Zahlungs-Anachronismus zu beenden“, sagt Freier.

Wie es mit dem bisherigen Standort weitergehe, dazu gebe es verschiedene Modelle, betonen Dorn, Schwenke und Freier unisono. „Es gibt momentan keinen Zeitdruck für ein Nachnutzungskonzept“, sagt Schwenke.

Noch in diesem Jahr soll der bereits Anfang 2018 angekündigte Architekturwettbewerb für den Hochschulcampus starten, Dorn geht davon aus, dass der Umzugstermin 2024 zu halten sei. „Für den Kreativstandort Offenbach ist der Campus am Hafen auf jeden Fall ein Gewinn“, sagt Kracke.

Die Hochschule für Gestaltung

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) geht auf die 1832 gegründete Handwerkerschule zurück. Seit 1913 ist der Betrieb auf dem Gelände am Isenburger Schloss angesiedelt. 

Im Jahr 1970 erfolgte die Umwandlung in eine Kunsthochschule des Landes. Heute studieren 730 Menschen Kunst und Design an der Hochschule.

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