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Nach wie vor fehlen in Offenbach Radwege - und die bestehenden werden kaum gepflegt.

Aktion "Offenbach fährt fair"

Radwege in Offenbach „in sehr schlechtem Zustand“

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Mit der Kampagne „Offenbach fährt fair“ wirbt der ADFC für mehr Rücksicht und neue Radwege.

Vorfahrt gewähren, auf Fußgänger Rücksicht nehmen, freundlich miteinander umgehen: Was eigentlich im Straßenverkehr zwischen allen Verkehrsteilnehmern selbstverständlich sein sollte, ist es im Alltag oft nicht. Der Offenbacher ADFC hatte daher im Mai 2015 die Aktion „Offenbach fährt fair“ ins Leben gerufen, eine Kampagne zu einem besseren Miteinander im Straßenverkehr.

Am Samstag eröffnete der ADFC bei einem Aktionstag auf dem Marktplatz die fünfte Auflage der Kampagne. Auch wenn es empirisch nicht zu belegen sei, habe die Kampagne doch Früchte getragen, sagt Wolfgang Christian vom ADFC. „Unser Eindruck ist schon, dass sich die Situation in der Stadt gebessert hat: Autofahrer passen beim Rechtsabbiegen auf Fahrradfahrer auf und Radfahrer halten für Fußgänger am Zebrastreifen“, sagt er. 

Auf mehreren Straßen sollen künftig Fahrradfahrer Vorrang haben

Zu tun gebe es doch noch viel, daher gehe die Kampagne nun auch in die fünfte Runde. Wie in den vergangenen Jahren ist es dem Verein wieder gelungen, neue Gesichter für ihre Plakatkampagne zu gewinnen. Mit der Eröffnung der ersten von sechs Fahrradstraßen im vergangenen Jahr sei ein wichtiges Ziel erreicht worden, sagt Christian. Die Umsetzung aber – die Fahrbahnmarkierung auf der Senefelderstraße irritierte sowohl Rad- wie Autofahrer – sei durchaus verbesserungswürdig gewesen. „Wir hoffen, dass es bei den nächsten Straßen besser klappt“, ist man sich am Aktionsstand am Samstag einig. Die Taunusstraße, Karlstraße oder Schumannstraße sollen etwa noch zu Radstraßen umgestaltet werden, auf denen Radfahrer Vorrang haben. „Ein sicheres Netz von Straßen für Radfahrer durch die Stadt ist nötig“, sagt ein Besucher.

Viele Fahrradwege sind in schlechtem Zustand

Während es mit dem Projekt Radstraßen voran geht, stagniere aber die Instandhaltung der Radwege. „Da gibt es leider sehr viel zu tun, einige sind in sehr schlechtem Zustand“, sagt Christian. Besonders in der Berliner Straße oder der Bachstraße seien die Wege in desolatem Zustand. „Die Berliner Straße hat als einzige Radwege auf beiden Seiten“, sagt er, „aber die Wurzeln der Bäume drücken das Pflaster nach oben, dass es zum Fahren gefährlich wird.“ In der Berliner Straße habe die Stadt lediglich an einer Stelle die Beschädigung beseitigt. „Davor und dahinter schaut es aber immer noch schlimm aus, das hätte man ruhig auch ausbessern können“, sagt er. Auch der Radweg durch Waldhof in Richtung Obertshausen befindet sich in schlechtem Zustand.

In den vergangenen Jahren hatte der ADFC eine bessere Anbindung der Radwege in die umliegenden Kommunen gefordert. „Da hat sich auch einiges getan, nach Neu-Isenburg etwa ist die Anbindung gut“, sagt er. Richtung Frankfurt stelle aber der Abschnitt unter der Kaiserleibrücke immer noch ein Nadelöhr dar, auch Richtung Obertshausen sei bei der Anbindung nach Obertshausen „Luft nach oben“.

Beim Aktionstag auf dem Wochenmarkt fällt auch auf, dass es auf dem Wilhelmsplatz an Radabstellmöglichkeiten mangelt: Die vorhandenen Metallbügel zum Anketten sind überbelegt, die Räder stehen dicht an dicht. Wer da mit dem Einkaufskorb in der Hand sein Rad aus der Menge herausziehen will, braucht viel Geschick. „Die Stadt sollte hier dringend weitere Metallbügel aufstellen“, sagt ein Besucher.

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