Offenbach

Offenbacher werden von Frankfurter Firma abgeschleppt

  • schließen

Die Stadt Offenbach schließt fürs Abschleppen von Falschparkern einen Vertrag für ihr Gebiet mit einem alten Bekannten - offensichtlich auch aus Mangel an Alternativen.

Die Stadt Offenbach hat einen neuen Abschleppdienst beauftragt. Für die Dauer von vier Jahren hat die Frankfurter Firma Auto-Service Safar GmbH in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten.

Safar ist manchem Offenbacher Autofahrer vielleicht schon bekannt: Die Firma aus Preungesheim soll laut Berichten der Offenbach Post aus den Jahren 2017 und 2018 auch vom Sana-Klinikum beauftragt sein, Falschparker auf dem Klinikgelände abzuschleppen. Kritik gab es wohl vor allem wegen der hohen Lösegelder, die Autofahrer entrichten mussten, um ihr Auto zurück zu bekommen.

Nun wird das Unternehmen auch für das Ordnungsamt und die Stadtpolizei „ordnungswidrig abgestellte sowie nicht (mehr) zugelassene Fahrzeuge abschleppen“, wie es in einer Pressemeldung der Stadt heißt. Aber – anders als im Fall des Sana-Klinikums – nur auf Anweisung. „Anders als auf Privatgelände darf das Unternehmen im öffentlichen Straßenraum nicht eigenständig agieren“, wird Ordnungsdezernent Peter Freier (CDU) zitiert. Ob ein Fahrzeug abgeschleppt werden muss, werde immer „hoheitlich geprüft“, bevor es beauftragt wird. Der Rahmenvertrag zwischen Stadt und Unternehmen regelt auch, wie hoch die Abschleppkosten sein dürfen. 175 Euro sind es. Wer es noch rechtzeitig zu seinem Auto schafft, „bevor es an den Haken“ kommt, zahlt 65 Euro. Im Vergleich zum vorher beauftragten Unternehmen seien die Preise gesunken, teilt die Stadt mit.

Wessen Auto an Sonn- und Feiertagen oder spät abends abgeschleppt wird, zahlt „erheblich höhere Kosten“. Und auch das Ordnungsamt kassiert bei jedem Abschleppvorgang mit: 70 Euro Verwaltungsgebühren, auch wenn das Auto noch nicht am Haken hing.

Auf die europaweite Ausschreibung hatten sich nur zwei Firmen beworben; und eine der beiden musste „von der Wertung ausgeschlossen werden, da es nicht den formalen Vorschriften des streng reglementierten EU-Verfahrens entsprach“. Laut Ordnungsamt hatte die Firma ihre Unterlagen nicht elektronisch über die Vergabeplattform, sondern in Papierform eingereicht. Das sei unzulässig.

Die Stadt scheint darüber alles andere als glücklich: „Aus Sicht der Stadt wäre es wünschenswert gewesen, hätte es einen Offenbacher Anbieter gegeben“, wird Peter Freier in der Pressemeldung zitiert. Da die Firma Auto-Service Safar aber alle Voraussetzungen erfüllt hatte, „konnte das Ausschreibungsverfahren nicht wiederholt werden“.

Die Stadt will den Offenbacher Autofahrern aber noch ein Stückchen entgegenkommen und verhandelt mit Safar darüber, ein Betriebsgelände im Stadtgebiet einzurichten, damit Autofahrer ihre Fahrzeuge nicht in Preungesheim oder Höchst abholen müssen.

1200 Fahrzeuge müssen in Offenbach in jedem Jahr abgeschleppt werden, weil sie im Haltverbot, auf Feuerwehrzufahrten oder unberechtigt auf Schwerbehindertenparkplätzen stehen sowie andere Verkehrsteilnehmer behindern, teilt die Stadt noch mit. Hinzu kommen Schrottfahrzeuge und rund hundert, die nicht zugelassen oder fahruntüchtig sind. bil

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare