Offenbach

Offenbacher SPD verärgert über Schließung des Schultheisweihers

Die SPD-Fraktion in Offenbach kann die Schließung des Badestrands nicht nachvollziehen und äußert Kritik am Vorgehen des Umweltamtes.

Nachdem der Magistrat der Stadt Offenbach mitgeteilt hatte, dass der Badestrand am Schultheisweiher auch in diesem Jahr geschlossen bleibt, hat sich nun die SPD-Fraktion Offenbach zu der Thematik geäußert.

Der Magistrat habe die Fraktionen mit dieser Nachricht überrumpelt, lässt Stadtverordnete Maria Böttcher (SPD) in einer Mitteilung verlauten. Im September vergangenen Jahres habe das Stadtparlament die Installation einer technischen Anlage zur Phosphatentnahme beschlossen, um die Nährstoffkonzentration im Weiher zu verringern. Dem Beschluss zur Installation der Anlage hatte die SPD-Fraktion zugestimmt.

Laut Magistrat sei die Schließung des Weihers notwendig, um „schnell und ungestört“ wieder das ökologische Gleichgewicht in der ehemaligen Kiesgrube herstellen zu können. Denn die Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren extrem verschlechtert. Grund dafür sind Sumpfkrebse, die den See leer fressen, Blaualgen, die Sauerstoff produzierenden Wasserpflanzen die Lebensgrundlage entziehen und die trockenen Sommer, die dazu beitragen, dass der 2,50 Meter flache See noch flacher wird. Da die Phosphatkonzentration steigt, ist der Bau einer 600 000 Euro teuren Anlage zur „Phosphat-Elimination“ laut Magistrat nun die letzte Rettung für den See.

Beim Beschluss des Antrages sei von einem Badeverbot als Konsequenz des Aufbaus der Phosphatanlage noch keinerlei Rede gewesen, beschwert sich die SPD nun. Sie sieht „keinen triftigen Grund“, warum für die gesamten Sommermonate ein Badeverbot ausgesprochen werden müsse.

Auch generell ist die SPD mit dem Vorgehen des Umweltamtes am Schultheisweiher unzufrieden. Denn die biologischen Versuche, die Nährstoffkonzentration in dem Gewässer zu verringern, seien kostenintensiv und zögen sich schon über einige Jahre ohne Erfolg hin.

Die Installation der Anlage zur Phosphatentnahme hätte nach Meinung der SPD schon früher in Betracht gezogen werden müssen. „So hätte ein dritter Sommer infolge ohne Badebetrieb am Schultheisweiher verhindert werden können“, sagt Maria Böttcher. fab/hsr

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