+
Das Areal vor der Klinik soll zu einem Park werden. 

Offenbach

Vor dem Offenbacher Klinikum entsteht ein Park

  • schließen

Zur Schaffung einer Grünfläche kauft die Stadt Offenbach dem Sana-Konzern Flächen vor dem Klinikum ab. Kritik kommt von der Linken.

Der Eingangsbereich vor dem Offenbacher Sana-Klinikum ist momentan wenig einladend: Neben einer großen Wiese mit stattlichen Bäumen parken rund um einen Kiosk Autos wild – eine Armada rot-weißer Poller sorgt dafür, dass es nicht noch mehr sind. Und nebenan stehen die vom Wind teils umgeworfenen Bauzäune einer nicht mehr aktiven Baustelle. Die Offenbacher Stadtverordneten haben auf Initiative der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern beschlossen, dem Sana-Konzern das rund 8400 Quadratmeter große Areal vor der Klinik abzukaufen und in einen Park zu verwandeln. So wird eine Lücke im noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Anlagenring zwischen Starkenburg- und Isenburgring geschlossen.

Der Verkaufspreis beträgt 1,3 Millionen Euro. Bei den Grünen heißt es, dass die Schließung des Grünrings rund um die Offenbacher Innenstadt vom Kaiserlei-Ufer bis hin zum Kuhmühlgraben in Bürgel im umwelt- und stadtplanerischen Sinne für die Entwicklung der immer dichter werdenden Stadt „besonders wichtig“ sei. Deshalb habe man sich auch „besonders dafür eingesetzt“ in das Städtebauförderungsprogramm „Zukunft Stadtgrün“ des Bundes aufgenommen zu werden, wie Fraktionsgeschäftsführer Ivan Greguric erklärt. Das ist gelungen. Und so werden voraussichtlich 80 Prozent der Kosten für den Grunderwerb und den Ausbau zur Grünanlage durch das Bundesprogramm finanziert. Mit einem Haken: Die Grundstücksübertragung erfolgt ohne jegliche Haftung für den Untergrund und die Bodenbeschaffenheit – einschließlich möglicher Altlasten.

Der Stadt gehören nach dem Verkauf an die Sana AG im Jahr 2013 noch zehn Prozent des Klinikums. 

Seit einigen Jahren macht der neue Betreiber mit der entschuldeten Klinik wieder Gewinn. Die Stadt verzichtet laut Kaufvertrag bis 2023 auf Gewinnausschüttungen. Ab dann erhält die Kommune zehn Prozent der Gewinne. fab

Kritik an dem Grundstücksverkauf kommt von der Offenbacher Linken. Deren Stadtverordnete Marion Guth kritisiert, dass die Stadt nun Flächen zurückkaufe, die sie 2013 an den Sana-Konzern „verschenkt“ habe. Gemeint ist damit der Verkauf des städtischen Klinikums an die Münchner Sana AG für einen symbolischen Euro im Jahr 2013. Die Schulden des Klinikums blieben damals an der Stadt hängen. Für den nun beschlossenen Rückkauf eines kleinen Teils des Klinikums-Areals stimmte übrigens auch der Pirat Gregory Engels, der für die CDU im Stadtparlament sitzt. Der Lokalpolitiker war Anfang des letzten Jahrzehnts einer der schärfsten Kritiker des Klinik-Verkaufs.

Heute sagt er, dass der Kaufpreis mit rund 155 Euro pro Quadratmeter „recht günstig“ sei. Außerdem sei zu begrüßen, dass ein Teil des Krankenhausareals bald wieder der Stadt gehöre. Engels hält gleichzeitig aber an der Meinung fest, dass es damals auch der Stadt gelungen wäre, das Klinikum finanziell zu sanieren – ohne Privatisierung.

Umbauen kann die Stadt den besagten Bereich am Starkenburgring allerdings wohl erst ab 2026 – denn der Abbruch der auf den betroffenen Flächen befindlichen Gebäude kann erst erfolgen, wenn auf dem übrigen Klinikgelände Ersatz geschaffen wurde.

Betroffen sind Räume des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes und des Medizinischen Versorgungszentrums – sowie ein Kiosk und ein Blumenladen. Konkrete Planungen, „wo und für welche Einrichtungen“ das Sana-Klinikum Ersatzflächen auf dem Klinikgelände schaffen oder Räume dort bereitstellen wird, „existieren noch nicht“, teilt der Geschäftsführer des Klinikums, Sascha John, der FR mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare