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„Von der angekündigten Transparenz im Nahverkehr ist die Verkehrsdezernentin leider weit entfernt“, kritisiert die SPD-Stadtverordnete Maria Böttcher.

Offenbach

Offenbacher SPD fordert Fahrgastzahlen

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Die SPD in Offenbach beklagt, dass die Fahrgastzahlen noch nicht vorliegen. Verkehrsdezernentin Sabine Groß (Grüne) wirft der Partei „Populismus“ vor und erklärt, warum die Zählungen länger dauern als gedacht.

Die SPD-Fraktion zeigt sich in einer Mitteilung „erstaunt“ darüber, dass Verkehrsdezernentin Sabine Groß (Grüne) die Fahrgastzahlen des Offenbacher Busverkehrs noch nicht veröffentlicht hat. Die Partei bezieht sich auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der vorsieht, dass die Zahlen Ende 2019 vorliegen sollten.

„Von der angekündigten Transparenz im Nahverkehr ist die Verkehrsdezernentin leider weit entfernt“, kritisiert die SPD-Stadtverordnete Maria Böttcher. Vor mehr als zwei Jahren habe die Stadtverordnetenversammlung unter anderem beschlossen, die Taktung zu erhöhen und die Linienführung im Busverkehr auszuweiten. „Meiner Meinung nach ist es allmählich Zeit zu prüfen, wie das Angebot genutzt wird und ob Nachbesserungsbedarf besteht“, sagt Böttcher. Die SPD habe eine entsprechende Anfrage gestellt. Wie Böttcher weiter schreibt, befürchtet sie eine Deckungslücke im Nahverkehr ab dem Jahr 2022 von bis zu zwei Millionen Euro jährlich.

Auf FR-Anfrage begründet Verkehrsdezernentin Groß die Verzögerung bei den Fahrgast-Zahlen damit, dass die Stadt erstmals nicht auf Daten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zurückgreife, sondern auf Zählgeräte in den Bussen. Diese Geräte gebe es nicht in allen Fahrzeugen, weshalb Hochrechnungen nötig seien. Das sei „mit einem höheren Aufwand verbunden als erwartet“. Laut Groß werden die Fahrgastzahlen aber noch im März in den Aufsichtsratssitzungen der Verkehrsbetriebe OVB und MMO vorgelegt und „innerhalb der vorgesehenen Frist“ der SPD zur Verfügung gestellt.

Stadt übernimmt Verluste

Die Aussagen der SPD zur Finanzierung nennt Groß „irritierend“; schließlich gebe es einen Beschluss der Stadtverordneten, der eine weitreichende Verlustübernahme der Stadt vorsehe. Groß wirft den Sozialdemokraten ihrerseits „populistische Äußerungen“ vor. Aus den Äußerungen der SPD schließe sie, dass die Partei das ÖPNV-Angebot offenbar gerne ausdünnen würde.  

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