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Zumindest kann es nicht schlimmer werden - der Marktplatz in der Vorweihnachtszeit.

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Offenbach: Zweifelhafter Kompromiss am Marktplatz

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Der Offenbacher Marktplatz wird nach dem Umbau nicht viel mehr Aufenthaltsqualität bieten als heute. Dafür wurden zu viele Kompromisse gemacht. Ein Kommentar.

Dass der Offenbacher Marktplatz nach der Umgestaltung zu einem urbanen Ort mit viel Aufenthaltsqualität wird, wie es die Rathaus-Koalition prophezeit, muss bezweifelt werden – denn die am Donnerstag vom Stadtparlament beschlossene Umbauvariante versucht, zu viele Interessen unter einen Hut zu bringen. Positiv ist, dass die vielen Menschen, die auf dem langgezogenen Platz täglich zu Fuß unterwegs sind, mehr Raum bekommen. Und überfällig ist der barrierefreie Umbau, eine neue Oberfläche wird dem Ort gut tun.

Trotzdem ist zu befürchten, dass der menschenfeindliche Charakter des Platzes auch nach dem Umbau bleibt. Denn die vielen Autos, die einem die Lebensqualität dort vermiesen, dürfen weiterhin über den Platz fahren – zusätzlich zu den vielen Bussen. Wer wird sich da genüsslich mit einem Käffchen ins Freie setzen wollen? Es ist wohl kein Zufall, dass sogar direkt am Marktplatz Geschäfte leerstehen: Ist man dort, will man schnell wieder weg. Und dass Radfahrerinnen und Radfahrer den Platz künftig in beide Richtungen befahren dürfen, hat einen Haken – da sie nicht bis zur Berliner Straße durchfahren dürfen. Auch die Anbindung des Wilhelmsplatzes wird kaum verbessert.

Und dann sind da noch die Kosten: Zwar muss die Stadt dank Fördermitteln und Anliegerbeiträgen von den geplanten 5,4 Millionen Euro „nur“ 3,2 Millionen tragen. Doch ist das für Offenbach immer noch viel. Zumal, wenn andererseits immer betont wird, dringend benötigte Sozialwohnungen zum Beispiel könne sich die arme Stadt halt nicht leisten. Klar: Mit wenig Geld müssen knallhart Prioritäten gesetzt werden – am Marktplatz wurden anscheinend die falschen gesetzt.

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