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Mehr als 30 Stände gibt es auf dem Wilhelmsplatz.  

Offenbach

Offenbach: Wochenmärkte sollen Stadtteile beleben

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Die Linke in Offenbach will Märkte in weiteren Stadtvierteln einrichten. Und Fachfrau Sabine Süßmann schlägt einen „Abendmarkt“ in der Innenstadt vor.

Am Donnerstagnachmittag füllt sich der Goetheplatz im Offenbacher Nordend mit Gemurmel und Gelächter, während Fenchelknollen und Körnerbrote in Leinenbeutel wandern. An einem halben Dutzend Marktständen werden bis in die Abendstunden vor allem regional und biologisch hergestellte Waren verkauft. Beim Stadtteilbüro gibt es Kaffee, ein Weingeschäft hat Bierbänke aufgestellt und manchmal gesellen sich die Gäste der „Afip“ dazu – einem Kulturzentrum am Rande des Platzes. Kurzum: Das „Märktchen“, das es seit vier Jahren gibt, hat sich im Stadtteil etabliert.

Angesichts dieses Erfolgs kommt immer wieder der Wunsch auf, Märkte auch in anderen Stadtteilen einzurichten – zur Belebung und Verbesserung der Nahversorgung. Die Offenbacher Linken haben den Wunsch jetzt in einen Antrag geschrieben, der am Donnerstag im Stadtparlament zur Debatte steht – die Fraktion wünscht sich vom Magistrat ein richtiges Wochenmarkts-Konzept.

Skepsis kommt von den anderen Parteien: Tobias Dondelinger von den Grünen befürchtet, dass Märkte in den Stadtteilen bestehenden Läden Konkurrenz machen. So sehen das auch die Freien Wähler. Die FDP bezweifelt, dass in den Stadtteilen genug Nachfrage existiert. Und die CDU will lieber „bestehende Strukturen stärken“. Nur die oppositionelle SPD kann sich weitere Märkte auch gut vorstellen – und unterstützt eine entsprechende Prüfung.

Der Wochenmarkt auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz lebt von seinem breiten Angebot und von seinem urbanen Flair.  

Neben dem Märktchen im Nordend gibt es in Offenbach nur den Markt auf dem zentral gelegenen Wilhelmsplatz mit mehr als 30 Ständen. Die dortigen Standbetreiber sind ganz zufrieden. Doch der Vorschlag der Linken stößt auch bei ihnen auf Skepsis: Peter Pätzold aus Limeshain, der auf dem Wilhelmsplatz Biobackwaren verkauft, erinnert sich an den Start neuer Märkte in Maintal: „Je mehr dazukamen, desto schlechter wurde es“, sagt er. Ein Obst- und Gemüsehändler aus Mömbris, der in der fünften Generation in Offenbach verkauft, macht sich Sorgen, dass weitere Märkte „Kundschaft wegziehen“ – denn die käme oft aus den Stadtteilen.

Und Günter Buxmann, der seine Schönecker Kartoffeln drei Mal die Woche in Offenbach verkauft, bezweifelt, dass sich genug Beschicker für weitere Märkte finden – auch weil Personal fehle: „Der Arbeitsmarkt ist leergefegt“, sagt er. Das bestätigt Michael Lorenz von den Frankfurter Marktbetrieben. „Es kommt immer wieder vor, dass Händler Standorte aufgeben, weil sie es alleine nicht schaffen und sie kein neues Personal bekommen“, erzählt er.

Der Markt auf dem Wilhelmsplatz hat dienstags, freitags und samstags von 8 bis 14 Uhr offen. Das Märktchen auf dem Goetheplatz donnerstags 15 bis 20 Uhr.

Was Stadtteilmärkte angeht, kann Lorenz aber auch Positives berichten: So sind in Frankfurt in den letzten Jahren in sechs Stadtteilen neue Märkte eröffnet worden. Der in Ginnheim blieb erfolglos und der an der Friedberger Warte sei schon wieder geschrumpft – die anderen aber, darunter der auf dem Riedberg, hätten sich bewährt. Wichtig seien hohe Aufenthaltsqualität und ein großer Einzugsbereich, der bestehenden Märkten keine starke Konkurrenz mache. Stadtteile mit Baugebieten kämen infrage – davon gibt es in Offenbach viele.

Sabine Süßmann, die das Märktchen im Nordend mit begründet hat, hat noch eine andere Idee: Ein Grund für den Erfolg des Märktchens sei, dass es am frühen Abend stattfinde, wenn viele von der Arbeit kommen. „Die Leute holen hier auf dem Heimweg Gemüse oder treffen sich auf einen Absacker mit Nachbarn“, erzählt Süßmann. Ein abendlicher Markt als genießerischer Treffpunkt könne ihrer Meinung nach deshalb auch anderswo funktionieren, etwa in der Innenstadt: „Gemüse und Wein, das geht immer!“

Der Markt auf dem Wilhelmsplatz hat dienstags, freitags und samstags von 8 bis 14 Uhr offen. Das Märktchen auf dem Goetheplatz donnerstags 15 bis 20 Uhr.

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