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Erst einer, jetzt zwei Coronafälle: die Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach. 

Offenbach

Offenbach: Weiterer Coronafall an Gymnasium

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Der Schulbetrieb wurde nach Bekanntwerden der zweiten Coronainfektion am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Offenbach vorsorglich bis Freitag ausgesetzt.

Am Offenbacher Albert-Schweitzer-Gymnasium gibt es eine zweite bestätigte Infektion mit dem Coronavirus. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die betroffene Oberstufenschülerin gehört zu den 28 Personen, die vom Offenbacher Gesundheitsamt kurz nach Wiedereröffnung der Schule am 5. Mai in Quarantäne geschickt worden waren, weil sie im Schulgebäude Kontakt zu einem infizierten Schüler gehabt hatten.

In Abstimmung mit den zuständigen Ämtern und dem Bildungsdezernat hat die Schule den Präsenzbetrieb vorsorglich bis Freitag ausgesetzt. In dieser Zeit sollen die Kontaktpersonen der infizierten Schülerin ermittelt werden. Bereits am gestrigen Donnerstag lag das Ergebnis vor: Sechs weitere Personen müssen sich in Quarantäne begeben. Am Montag geht der Unterricht an der Albert-Schweitzer-Schule wie geplant weiter – und zwar mit zusätzlichen Jahrgängen. Die Umsetzung eines Hygieneplans soll weiterhin gewährleisten, dass sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte nicht anstecken.

Testsystem mit Schwächen

Der Fall legt eine Schwäche des derzeitigen Corona-Testsystems offen. Denn eigentlich hätte die Corona-positive Schülerin trotz ihres Status als Kontaktperson zu einem Infizierten gar nicht getestet werden sollen. Nur weil das Stadtgesundheitsamt bei der Kassenärztlichen Vereinigung auf einen Termin für alle 28 Kontaktpersonen in den Frankfurter Testzentren gedrängt hatte, wurden auch diejenigen ohne Symptome getestet: 27 Tests fielen negativ aus – der Test der besagten Schülerin positiv.

Manche Eltern sehen sich nun in ihren Sorgen bestätigt, dass die Gesundheit ihrer Kinder in den wiedereröffneten Schulen nicht ausreichend geschützt werden könne. Der Offenbacher Vater Stephen Aranha, der jüngst einen offenen Brief zum Thema an Stadt und Land geschickt hatte, wünscht sich vom Kultusministerium eine Aussetzung der Präsenzpflicht für hessische Schülerinnen und Schüler bis zu den Sommerferien.

Offenbachs Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) betont in diesem Zusammenhang, dass die positiv getestete Schülerin ihrem positiv getesteten Mitschüler nach eigener Aussage nie näher als 1,5 Meter gekommen sein soll. „Es muss sich nicht unbedingt um ein Infektionsgeschehen an der Schule selbst handeln“, sagt Weiß. Ein familiärer Hintergrund sei „nicht ausgeschlossen“.

Auch für die sechs neuen Kontaktpersonen will das Offenbacher Gesundheitsamt nun Tests in Frankfurt organisieren – „obwohl dies nach den geltenden Richtlinien des Robert-Koch-Instituts nicht notwendig wäre“, wie die Pressestelle der Stadt betont.

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