Der Wilhelmsplatz ist stets voll - und wenn sich SUVs an den Marktständen vorbeiquetschen noch voller.  
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Der Wilhelmsplatz ist stets voll - und wenn sich SUVs an den Marktständen vorbeiquetschen noch voller.  

Offenbach

Offenbach: Weiter Diskussionen um Auto-Sperrung am Wilhelmsplatz

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Über die genaue Ausführung des dreimonatigen Testslaufs in den Seitenstraßen des Offenbacher Wilhelmsplatzes wird in der Lokalpolitik weiter gestritten.

Die Zukunft des Wilhelmsplatzes bewegt viele Offenbacherinnen und Offenbacher. Und obwohl der Beschluss zur testweisen dreimonatigen Sperrung zweier Seitenstraßen dort für den Auto-Durchgangsverkehr schon vor einigen Wochen gefällt wurde, wird auf politischer Ebene weiter über das Wie der Sperrung und vor allem über die damit verbundene Bürgerbeteiligung diskutiert. Hintergrund der Sperrung ist, dass man in Zeiten von Corona mehr Platz schaffen möchte: Das soll durch die Aussperrung durchfahrender Autos während Marktzeiten – von 8 bis 16 Uhr – erreicht werden. Anliefer- und Anliegerverkehr soll weiterhin möglich sein.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) hatte gegenüber der Frankfurter Rundschau mangelnde Bürgerbeteiligung bei dem Vorhaben kritisiert, das am 18. Juni mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern auf den Weg gebracht worden war. Denn: Viele Geschäftstreibende vor Ort machen sich Gedanken darüber, wie Kundschaft, die bisher mit dem Auto zu ihnen kam, während der Testphase ihre Läden erreichen soll. Gegen Schwenkes Vorwurf wehrt sich jetzt die CDU. Laut deren Fraktionsvorsitzenden Roland Walter plane man bekanntermaßen Umfragen vor, während und nach der Sperrung der Seitenstraßen – um „Erkenntnisse für eine längerfristige Entscheidung an dieser Stelle zu gewinnen“. Eine andere Art der Bürgerbeteiligung sei auf die Schnelle „nicht vorstellbar“.

Unter anderem viele Radfahrende hatten sich eine Sperrung der Seitenstraßen für durchfahrende Autos schon länger gewünscht, auch die Grünen hätten lieber noch zu weiteren Uhrzeiten gesperrt als nur während der Marktzeiten. Die SPD indes hatte vorgeschlagen, die Seitenstraßen außerhalbder Marktzeiten zu sperren, nicht aber währenddessen– um die Geschäftstreibenden und Marktbeschicker vor Umsatzeinbußen zu schützen. Diesen Vorschlag unterstützt auch Schwenke.

Frühestens im Spätsommer soll die Testphase am Wilhelmsplatz beginnen. Laut Stadt laufen derzeit Gespräche mit einem Umfrageinstitut.

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