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Möglichst nachhaltig: Auf dem Goetheplatz verkauft auch ein Biolandbetrieb seine Ware. 

Offenbach

Offenbach: Wegweiser für nachhaltige Läden

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Die Offenbacher Grünen haben eine Karte mit Geschäften und Orten erstellt, wo bewusster konsumiert werden kann - in dem Bereich gibt es in Offenbach ein wachsendes Angebot.

Eine Werkstatt, wo in geselliger Atmosphäre Fahrräder repariert werden, ein Café, in dem es täglich veganen Kuchen gibt, und ein Wochenmarkt, auf dem nicht nur importierte Massenware, sondern auch regionales Biogemüse eingekauft werden kann – 54 solche „nachhaltigen“ Orte haben die Offenbacher Grünen gesammelt und jetzt gebündelt auf einem Stadtplan veröffentlicht.

„Wir wollten nicht das Perfekte finden, sondern haben nach guten Ansätzen gesucht, die man unterstützen kann“, erläutert Sabrina Engelmann vom Vorstand der Offenbacher Grünen die Auswahl der Läden, Orte und Initiativen. Gezeigt werden soll mit der Karte vor allem, wo in der Stadt bewusst konsumiert werden kann – wo es also Produkte gibt, die möglichst ohne Ausbeutung hergestellt worden sind und die auf ihrem Weg ins Verkaufsregal nicht erst um die halbe Welt geschifft werden mussten – Kriterien, die im herkömmlichen Handel oft genug nicht erfüllt werden. Außerdem seien Orte aufgelistet, wo Kaputtgegangenes wieder fit gemacht wird – Neukäufe zu vermeiden sei schließlich auch nachhaltig. Nicht aufgeführte Orte wie der Mitmachgarten der Initiative Stadtbiotop können in der nächsten Auflage ergänzt werden, sagt Engelmann.

Karte soll zu bewussterem Konsum anregen

Vorbild für die neue Offenbach-Karte ist ein im Sommer veröffentlichter Plan des Portals „Wandelbares Darmstadt“ – auf dem eine Aktivistin möglichst nachhaltige Orte in Darmstadt aufgelistet hat. Dass es ein solches Angebot nun auch in Offenbach gibt, zeigt auch den Wandel der Bevölkerungsstruktur dort: Vor allem im Nordend und in der Innenstadt haben in den letzten Jahren neue Läden und Cafés aufgemacht, die Menschen ansprechen, die gerne bewusster konsumieren möchten – und die bereit und fähig dazu sind, dafür mehr Geld auszugeben.

Wo gibt es den Stadtplan?

Der Stadtplan  liegt in vielen Läden aus und kann hier heruntergeladen werden: bit.ly/2PSPs5H. Ab 17:30 Uhr wird er zudem heute auf dem Marktplatz verteilt.

Ein Beispiel dafür ist der kleine Markt auf dem Goetheplatz im Nordend, wo seit vier Jahren donnerstagabends vor allem Bioland-Gemüse und Demeter-Käse angeboten wird. Das „Märktchen“ läuft gut. So wie auch einen Straßenblock weiter die „Etagerie“: Eva Kirchhoff vertreibt dort seit 2013 vor allem in der Region entworfene und hergestellte Designprodukte. „Umsätze und Kundenfrequenz stimmen“, erzählt Kirchhoff. Glücklich stimme sie auch, dass ihr Laden, zu dem als „Shop-in-Shop“ auch das Wollgeschäft „Maschenwahn“ gehört, mit seinen Kursen und dem gastronomischen Angebot zu „einem Treffpunkt geworden ist, wo Netzwerke geknüpft werden“.

Gut läuft auch das von Fahrradmechaniker Pascal Röhm 2018 eröffnete „My Piecycle“ am Rande der Innenstadt: Röhm restauriert in dem Werkstattladen alte Räder und bietet im dazugehörigen Café viel Vegetarisches und Veganes an. „Wir versuchen, möglichst wenige Neuteile zu verbauen“, erzählt Röhm. Und: „Unser Angebot wird sehr gut angenommen.“

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