Der Rumpenheimer Schlosspark ist seit 26. Juli gesperrt. Und wird es wohl auch bis November bleiben.

Offenbach

Offenbach: Im Schlosspark ist jeder vierte Baum krank oder tot

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Nach zwei heißen und trockenen Sommern hat es die historische Anlage besonders heftig erwischt. Aber auch im übrigen Stadtgebiet sind die Schäden hoch.

Der Rumpenheimer Schlosspark steht unter Denkmalschutz. Doch nach zwei trockenen und heißen Sommern bietet die historische Anlage keinen schönen Anblick mehr. Jeder vierte Baum ist von der Rußrindenkrankheit befallen oder abgestorben. Ein Teil wurde bereits gefällt, insgesamt 360 werden es bis Jahresende sein. Seit 26. Juli ist der Park gesperrt, er wird es bis November bleiben.

Den Landschaftsgarten hat es besonders heftig erwischt. Das war auch der Grund, weshalb die Stadt gestern zum Pressetermin dorthin eingeladen hatte, um über das Ausmaß der Baumschäden in der Stadt und die Pläne für ihre Grünanlagen zu informieren. Gekommen waren Bürgermeister Peter Freier (CDU), Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach und Vertreter von Stadtplanungs- sowie Umweltamt und der Stadtwerke.

Die von ihnen präsentierten Zahlen waren erschreckend. Von knapp 1500 Bäumen im Schlosspark müssen 360 gefällt werden. Selbst eine 140 Jahre alte Eiche hat die Trockenheit nicht überlebt. In den vergangenen Jahren waren im Schnitt lediglich 25 Bäume beseitigt worden.

Stadtbäume
22.000 Bäume gibt es in Offenbach auf städtischen Flächen. 10 700 Bäume stehen an Straßen und auf Parkplätzen, knapp 7000 in Parks, 2700 auf Friedhöfen und 2216 auf Spielplätzen.

Die trockenen und heißen Sommer haben ihnen zugesetzt, besonders schlimm hat es die Bäume im Schlosspark Rumpenheim getroffen. Dort ist jeder vierte Baum krank oder tot und muss(te) gefällt werden. ags

Von den rund 22 000 im städtischen Baumkataster erfassten Bäumen sind etwa 500 so schwer geschädigt, dass sie gefällt werden. Das ist rund jeder 40.. Damit verschwindet wertvolles Grün aus der Stadt. Hollerbach mahnte mit Blick auf den Klimawandel verstärkte Begrünung und Regenwassernutzung an. „Wir brauchen jeden Tropfen Wasser.“ Die Versiegelung müsse vermieden werden. Das sei angesichts der regen Bautätigkeit keine leichte Aufgabe.

Johannes Irgel vom Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke nannte die sinkenden Grundwasserspiegel das Hauptproblem. Alte Bäume seien nicht in der Lage, zusätzliche Wurzeln zu bilden, um das Wasser in tieferen Schichten zu erreichen. Nach seinen Worten ist die Rußrindenkrankheit eine Folge der Trockenheit. Die Bäume seien durch Wassermangel anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

Er erklärte auch, weshalb die Schäden in Rumpenheim so groß sind. Der Park sei auf einer Aufschüttung entstanden. Als man die Schleuse entfernt habe, sei der Grundwasserspiegel um 1,50 Meter gesunken. Nach dem trockenen Sommer waren es nochmals 1,50 Meter. Hollerbach zufolge sank der Grundwasserpegel im Stadtgebiet 2018 im Schnitt um 1,20 Meter.

Die Nachpflanzung gefällter Bäume ist geplant. Aber die Suche nach Arten, die mit dem veränderten Klima, den jeweiligen Standorten und Böden zurechtkommen, ist anspruchsvoll. Hollerbach sagte, sie sei mit 40 Kommunen in dieser Frage in Kontakt.

Der Bürgermeister sprach davon, dass der Park durch die Baumfällungen sein Aussehen verändern werde. Deshalb habe man die Bürgerinitiative zu dem Pressetermin eingeladen. Die wollte wissen, weshalb sich im Park nichts tue. Irgel kündigte an, dass ab Donnerstag mit den Fällungen der Bäume mit Rußrindenkrankheit begonnen werde. Die Arbeiten könnten wegen der gefährlichen Sporen des Pilzes nur von einer Fachfirma erledigt werden. Auch die Entsorgung sei schwierig, weil die Stämme an einem Stück verbrannt werden müssten. Es habe lange Wartezeiten gegeben, weil Spezialfirmen ausgelastet seien.

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