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Bauland ist teuer.

Offenbach

Offenbach: Preisexplosion beim Bauland

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Grundstücke für den Geschosswohnungsbau kosten durchschnittlich 1480 Euro je Quadratmeter.

Offenbach ist seit 2010 um fast 20 000 Einwohner gewachsen. Die Entwicklung zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort macht sich auch in steigenden Preisen für Bauland, Häuser und Eigentumswohnungen bemerkbar. Dies geht aus dem Immobilienmarktbericht hervor, den die Vorsitzende des Gutachterausschusses, Cornelia Jockisch, und Dennis Hartmann von der Geschäftsstelle gestern vorstellten. Insgesamt wurden 1233 notarielle Verträge ausgewertet.

Zwar wurden 2018 weniger Kaufverträge als im Jahr zuvor abgeschlossen (minus 5 Prozent), und auch der Umsatz sank leicht auf 774 Millionen Euro. Aber die Preisentwicklung kennt nur eine Richtung: die nach oben. Und auch die Menge der verkauften Flächen hat mit 60 Hektar gegenüber 2017 zugelegt.

Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) sprach von einer „starken Dynamik“, die sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen werde. Er äußerte Unverständnis über die jüngste Prognos-Studie, nach der Offenbach im Ranking regelrecht abgestürzt war. Die Stadt sei begehrt. Dies zeige der Bericht auch, sagte er.

Am teuersten sind nach wie vor neu gebaute Eigentumswohnungen im Hafenareal. Dort kostete der Quadratmeter im Durchschnitt 5687 Euro. Das sind rund 1550 Euro mehr, als durchschnittlich im Stadtgebiet fällig werden. Vor zwei Jahren lag der Quadratmeterpreis noch bei 4362 Euro.

Jockisch meinte, der Hafen sei aufgrund der Qualität der Neubauten und der Lage am Wasser ein „eigenständiges Segment“ innerhalb Offenbachs. Weiß zufolge hat die Entwicklung trotzdem Folgen fürs benachbarte Nordend. Dort seien Verkaufspreise und Mieten gegenüber dem Rest der Stadt stark gestiegen.

Auffällig hoch ist mit fast 60 Prozent am Flächenumsatz der Anteil des verkauften Baulands. Das hängt mit den Neubaugebieten Bieber-Nord und Bürgel-Ost zusammen, die vermarktet werden. Für unbebaute Flächen wurden insgesamt 86 Millionen Euro ausgegeben, ein Plus von 64 Prozent gegenüber 2017.

Die Preise für Eigenheimgrundstücke lagen fast konstant bei 460 Euro je Quadratmeter. Dagegen wurde für Bauland, auf dem Geschosswohnungsbau möglich ist, im Durchschnitt 1480 Euro je Quadratmeter gezahlt, 2017 waren es 790 Euro gewesen.

Auch Reihen- und Doppelhaushälften sind im Wert gestiegen. Ein 1965 errichtetes Gebäude kostete 2016 254 000 Euro und 2018 fast 30 000 Euro mehr. Ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte aus dem Jahr 2010 war 2016 für 429 000 Euro zu haben, 2018 waren 500 000 Euro fällig.

Von den 603 verkauften Eigentumswohnungen waren zwei Drittel von ihren früheren Besitzern weiterverkauft worden. Bei 26 Prozent handelte es sich um Neubauten. Acht Prozent der Wohnungen waren zuvor vermietet gewesen, es hatte also eine Umwandlung stattgefunden. Auch Offenbacher investieren in Immobilien. Sie machten 40 Prozent der Käufer aus. Besonders interessiert sind sie an Ein- und Zweifamilienhäusern.

Die steigenden Preise sind auch eine Folge der zu geringen Bautätigkeit, die nicht Schritt hält mit der hohen Nachfrage. Die Zahl der Wohnungen in Offenbach liegt seit Jahren nahezu konstant bei knapp 62 000. Die Zahl der Baugenehmigungen ist von 855 (2016) auf 291 (2018) gesunken. 162 Gebäude wurden im vergangenen Jahr fertiggestellt.

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