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Das Mainuferfest in Offenbach. Foto: Rolf Oeser

Offenbach

Offenbach: Plastikfrei feiern in der Stadt

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Nach einem Beschluss des EU-Parlaments gibt es auch in Offenbach bei von der Stadt beauftragten Veranstaltungen ein Verbot von Einweggeschirr.

Die Stadt Offenbach verzichtet ab dem Jahr 2020 bei Festen und Veranstaltungen auf Einwegplastik“ – so steht es in einem Antrag der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern, über den die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 6. Februar abstimmen werden. Die neue Regelung soll für alle Feste und Veranstaltungen gelten, bei denen die Stadt Offenbach als Veranstalterin auftritt.

Geht der Antrag durch – was zu erwarten ist –, muss bei neuen Verträgen mit gewerblichen Veranstaltern in Offenbach ab kommendem Jahr beim Verkauf von Speisen und Getränken die Verwendung von wiederverwendbarem Geschirr und Besteck zur Auflage gemacht werden. Etwa bei Märkten also, bei Messen, Ausstellungen oder Sportveranstaltungen. Auch bei eigenen Veranstaltungen sowie Events in der Offenbacher Stadthalle und im Capitol soll – beide gehören zur Stadt – künftig komplett auf die Verwendung von Einwegplastik verzichtet werden.

Schrottwichteln

Die Initiative „Offenbach plastikfrei“lädt heute ab 19 Uhr zum Schrottwichteln in das Stadtteilbüro im Senefelderquartier, Hermannstraße 16.

Zu der Aktionheißt es auf der Facebook-Seite der Initiative: „Bevor Eure unliebsamen Weihnachtsgeschenke oder auch andere Dinge in Euren Schränken verstauben, könnt ihr sie im Rahmen unseres ersten Schrottwichtelns loswerden.“ Man sehe die Aktion als „Möglichkeit, Verpackungen zu sparen und Ressourcen zu schonen“, heißt es weiter.

Der Grund dafür, warum das Plastikverbot nun umgesetzt wird, liegt in der Gesetzgebung der Europäischen Union: Das EU-Parlament hatte im März letzten Jahres für ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln gestimmt – mit großer Mehrheit. Die Bestimmung gilt ab 2021. Auf dem Index stehen dann zum Beispiel Plastik-Teller und -Besteck sowie Strohhalme aus Plastik, auch Styropor-Schalen werden verboten sein.

„Nicht zuletzt wegen der ab nächstem Jahr gültigen europäischen Gesetzeslage müssen wir nun endlich auch lokal handeln um den immensen Verbrauch von Einwegplastik eindämmen“, teilte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Offenbacher Stadtparlament, Ursula Richter, in einer Pressenotiz mit. „Das Müllaufkommen bei den Festen in der Innenstadt ist immens. Hier muss endlich etwas geschehen“, stimmt ihr der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Tobias Dondelinger, zu. Verbannt werden sollen auch andere Einwegverpackungen, etwa aus Holz oder Pappe – da jegliche Form der Einwegverpackung sehr viele Abfälle verursache und Ressourcen verbrauche, wie es im gemeinsamen Antrag der Koalition heißt.

Bei eigenen Veranstaltungen wie dem Ehrenamtstag nutze die Stadt – beziehungsweise das beauftragte Cateringunternehmen – in der Regel allerdings schon jetzt Porzellangeschirr, erklärt der Sprecher der Stadt, Fabian El-Cheikh. Die Verwendung einzelner Verpackungen, etwa von portioniertem Zucker, könne ihm zufolge „aus Hygienegründen“ aber auch weiterhin sinnvoll sein.

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