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Auf der Hafenseite des Projekts soll ein öffentlich zugänglicher Platz entstehen. Knapp nicht im Bild (rechts): der Kulturort „Hafen 2“.

Offenbach

Offenbach plant „Dünengarten“ am Hafenbecken

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Neben drei am „Hafen 2“ geplanten Bürobauten entsteht ein begrünter Quartiersplatz in Offenbach.

Wer sich von der Offenbacher Innenstadt aus dem Hafengebiet nähert, könnte meinen, das weitläufige Gelände des ehemaligen Ölhafens sei bereits zum Großteil bebaut. Doch die vielen vor allem hochpreisigen Wohnungen nehmen samt Einkaufszentrum, Hafenplatz, Schulen und Kitas, die hier in den vergangenen Jahren entstanden sind, erst rund die Hälfte des einstigen Industrieareals ein. Es ist also noch viel Platz für weitere Neubauten. Und die sollen – von der Hochschule für Gestaltung abgesehen – fast alle im Gewerbebereich entstehen.

Der nächste Baubeginn ist für die erste Jahreshälfte 2020 geplant, je nachdem, wann die Baugenehmigung vorliegt: Dann will die Heberger-Gruppe aus dem pfälzischen Schifferstadt mit dem Bau dreier fünfgeschossiger Bürogebäude und zweier Parkhäuser beginnen. Das Besondere: Zwei der unter dem Projektnamen „MainView“ vermarkteten Bauten werden, nur vom Rad- und Fußweg getrennt, nah am Hafenbecken stehen – zwischen dem noch aktiven Kohleverladekran und Kohlelager des Heizkraftwerks und dem Kulturzentrum „Hafen 2“ mit seinem von Schafen bewohnten Außenbereich.

An dieser Schnittstelle soll ein öffentlich zugänglicher, begrünter Quartiersplatz mit „großformatigen Sitzelementen“ entstehen, gab der Projektentwickler bekannt. Ein gutes Dutzend auf Sandhaufen gepflanzter Bäume soll den Eindruck eines „Dünengartens“ vermitteln, erzählt Thomas Fix von der Heberger-Gruppe. Das Büro Fischer-Architekten aus Mannheim schreibt, man wolle diesen „Park“ in das Büroensemble „hineinziehen, sodass ein fluider Übergang entsteht“. Interessant: Vorgefertigte Fassadenelemente aus Beton werden nahezu die Gesamtlast der Gebäude tragen, störende Säulen und Stützen im Inneren können wegfallen.

Bislang wurde das Grundstück als Parkplatz – an Messetagen für die Offenbacher Messe – genutzt, weshalb die Stadt zur Auflage gemacht hat, dass dort auch wieder Parkmöglichkeiten entstehen. Geplant sind ein Messeparkhaus mit 360 Stellplätzen und ein Büroparkhaus mit 135 Plätzen. Ende 2022 soll der ganze Komplex fertig sein. Das Grundstück für das Messeparkhaus hat die Messe Offenbach GmbH erworben.

Schon 1500 Hafenbewohner

Mehr als 1500 Menschen leben mittlerweile in Offenbachs neuem Hafenstadtteil, einige Restaurants und Geschäfte haben aufgemacht sowie ein Bio- und ein Standardsupermarkt. Das Ziel, solvente Bewohnerinnen und Bewohner mit Wasser- und Skylineblick nach Offenbach zu locken, hat die Stadt mit dem selbstgesteuerten Hafenprojekt zweifellos erreicht. Wer in dem neuen Quartier eine Wohnung für 13 Euro kalt pro Quadratmeter findet, hat jedenfalls schon Glück. Geförderten Wohnraum sucht man vergeblich.

Fraglich ist, ob auch die gewerbliche Weiterentwicklung des Areals nach den Wünschen der Stadt ablaufen wird. Zwar sind konkret sogar mehrere Bürohochhäuser geplant. Doch wer die vielen Büroräume nutzen soll, die in den nächsten Jahren entstehen werden, ist noch nicht bekannt. Und einige der Geschäfte im Hafen-Einkaufszentrum stehen seit Jahren leer.

Bei der Heberger-Gruppe, die im Oktober mit der Vermarktung des Projekts „MainView“ begonnen hat, heißt es, das Interesse an den Büroflächen dort sei „groß“. Man befinde sich „mit zahlreichen Mietinteressenten im Gespräch“. Die Mietpreise setzt Heberger bei rund 16 Euro pro Quadratmeter an.

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