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Dieser 1966 errichtete Klassentrakt der Geschwister-Scholl-Schule weicht einem Neubau. 

Offenbach

Offenbach: Neue Schulen werden immer teurer

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Die Geschwister-Scholl-Schule in Bieber wird mindestens fünf Millionen Euro teurer als geplant - die Bauarbeiten beginnen im Sommer.

Vor einigen Jahren konnten die Jungen und Mädchen der Offenbacher Geschwister-Scholl-Schule (GSS) durch die Decke ihres Schulgebäudes in den Himmel blicken, weil sich die Dachplatten des in vielerlei Hinsicht maroden Gebäudes verschoben hatten. Die Liste der Missstände an der Integrierten Gesamtschule im Stadtteil Bieber ist auch heute noch lang – jetzt liegt aber eine Projektplanung für die Sanierung und Erweiterung der Einrichtung vor. Diese hat der Magistrat am Mittwoch beschlossen. Die Zustimmung der Stadtverordneten im Februar gilt als sicher.

„Bei Schulen und Kitas geht es in Offenbach jetzt Schlag auf Schlag“, sagte Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag. Der Bedarf ist groß: Nicht nur mit Blick auf Sanierungen, sondern auch angesichts der rund 2000 Menschen, um die Offenbach jährlich wächst und die den Bedarf an Schulplätzen in die Höhe treiben. Die Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern hat sich deshalb entschieden, in den nächsten Jahren nur jene Schulen gründlich zu sanieren, die man parallel auch erweitern kann – für kleinere Arbeiten an den restlichen Schulen stehen im Jahr zwei Millionen Euro bereit.

Dieser 60er-Jahre-Bau hingegen wird saniert.  

Die GSS ist eine Schule, die auch erweitert wird: 900 Mädchen und Jungen können dort künftig unterrichtet werden, derzeit sind es 590. Dafür wird ein Trakt von 1966 abgerissen, an dessen Stelle ein größerer zweigeschossiger Neubau mit begrüntem Dach und modernem Grundriss entsteht. Der Schulhof schrumpft. Zwei Bauten aus den 60ern und 80ern werden saniert sowie während der Bauarbeiten Container aufgestellt. Damit das künftige Erscheinungsbild der Schule zumindest etwas an das bisherige erinnert, sollen Teile der Fassade mit gelbem Riemchenklinker verkleidet werden.

Baubeginn ist im Sommer, 2023 soll alles fertig sein. Weil die Schule so wie große Teile der Stadt in einer „Lärmschutzzone“ liegt, muss ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung beim Regierungspräsidium (RP) gestellt werden. Laut Anna Heep vom städtischen Hochbaumanagement habe das RP aber bislang alle Anträge aus Offenbach genehmigt.

Die Stadt muss viel Geld in ihre Schulen stecken: So sind alleine die Kosten für die GSS seit 2018, als der Grundsatzbeschluss zum Ausbau gefasst wurde, von 24,5 auf 29,5 Millionen Euro gestiegen. „Die Preise steigen enorm, und wir haben Probleme, für die Bauleistungen überhaupt Angebote zu bekommen“, erzählt Dezernent Weiß. Bei der Edith-Stein-Schule an der Rosenhöhe, wo die Schülerkapaziäten von 780 auf 1200 erhöht werden, sind die Kosten um rund sieben Millionen auf 30,6 Millionen Euro gestiegen. Und die Mathildenschule, die im gleichnamigen Viertel in die Höhe wächst, schlägt mit 24,5 Millionen zu Buche. Und das ist erst der Anfang: Fünf weitere große Schulprojekte folgen in den nächsten Jahren.

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