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Auf diesen Feldern sollen Wohnungen und Grünflächen entstehen.  

Offenbach

Offenbach: Naturschutz schränkt Nachverdichtung ein

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Wertvolle Feuchtwiesen verhindern die von Anwohnern vorgeschlagene Nachverdichtung in Offenbach-Waldhof.

Das auf den Feldern zwischen Offenbach-Bieber und -Waldhof geplante Quartier „Waldhof-West“ soll grüner werden als die meisten Neubaugebiete der Region. Damit das gelingt, müssen die Gebäude zwischen dem Grün etwas höher und dichter gebaut werden – wohl mit rund vier Geschossen. Anwohner, von denen manche in Einfamilienhäusern neben dem künftigen Baugebiet leben, kritisieren die geplanten 600 Wohneinheiten von „Waldhof-West“ als zu viele – und schlagen eine Nachverdichtung im Osten des bestehenden Quartiers Waldhof vor, wo große Wohnblocks das Straßenbild dominieren und nicht wie bei ihnen im Westen kleinere Häuser. Das Neubaugebiet, so die Idee, könnte dann weniger dicht ausfallen.

Einer der Anwohner ist Norbert Strobel. Er äußert Unverständnis darüber, dass direkt gegenüber der S-Bahn-Station Waldhof ein zwischen Wohnblocks gelegenes Areal seit Jahren brach liegt. Auch könne man in seinen Augen den schmalen Streifen Wald bebauen, der Waldhof, das fast komplett von Wald und Feldern umgeben ist, von der S-Bahn-Trasse abschirmt. „Es gibt Alternativen in Waldhof“, sagt Strobel. Die Stadt müsse diese prüfen, bevor sie Bauland auf Feldern ausweise.

Ein Ideenwettbewerb soll klären, welche Art von Städtebau im neuen Quartier Waldhof-West zur Umsetzung kommt. Bereits im Oktober wird eine Jury den Gewinnerentwurf bestimmen.

Das bestehende Quartier Waldhof gehört zum Stadtteil Bieber und entstand in den 70er-Jahren im Osten Offenbachs zwischen Wald und Feldern. Rund 3500 Menschen leben dort, auch ein Gewerbegebiet gibt es. fab

Auf Nachfrage bei der Stadt wird aber klar, dass die vorgeschlagenen, ziemlich großen Areale nicht für eine Bebauung in Frage kommen. Die „Brache“ gegenüber der S-Bahn-Station sei eine schützenswerte Feuchtwiese, erklärt Marion Rüber-Steins, Referatsleiterin im Stadtplanungsamt. Und der besagte Waldstreifen sei auch „ökologisch ausgesprochen hochwertig“ – ebenfalls wegen der Feuchtwiesen. Vor Jahren hatten sich Anwohner gegen eine Rodung des Waldstückes und eine anschließende Bebauung mit Gewerbe gewehrt – mit Erfolg.

Bei einem Gang durch Waldhof fallen – sowohl nahe der Einfamilienhäuser im Westen als auch zwischen den Wohnblocks im Osten – große Parkplätze und Garagenhöfe ins Auge: Im Quartier sind also Areale vorhanden, die effektiver genutzt werden könnten. Nur für ein Grundstück ist derzeit jedoch eine Nachverdichtung im Gespräch: An der zentral gelegenen Ottersfuhrstraße, wo neben einem zwölfgeschossigen Wohnblock eine eingeschossige Ladenzeile die Nahversorgung sicherstellt.

Man habe eine Bauvoranfrage gestellt, erzählt Reinhard Abraham vom Vorstand der Baugenossenschaft Odenwaldring, der das Grundstück gehört: „Wir wollen erfahren, was mit dem Grundstück möglich wäre.“ Der Bebauungsplan gebe dort keinen Geschosswohnungbau her. Die Offenbacher SPD hatte die (zu erhaltende) Ladenzeile im Landtagswahlkampf als potenzielles Areal für Wohnungsbau ins Gespräch gebracht.

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