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Längst nicht mehr alle können sich das Wohnen in Offenbach leisten. 

Offenbach

Offenbach: Mieten stark gestiegen

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Verschiedenen Quellen zufolge sind die Mieten in Offenbach in den vergangenen zehn Jahren um 38 bis 56 Prozent gestiegen.

Die Mieten in Offenbach sind laut einer Studie des Portals Immowelt bei Neuvermietungen zwischen 2009 und 2019 um 38 Prozent gestiegen – von im Schnitt 7,30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter auf 10,10 Euro. Ähnlich sieht es in der Region aus: In Frankfurt verzeichnet das Portal im genannten Zeitraum eine Steigerung von 44 Prozent, in Mainz ebenfalls von 38 Prozent, in Darmstadt 35 und in Wiesbaden 34 Prozent.

Ein noch stärkerer Preisanstieg lässt sich einer Antwort des hessischen Wohnungsbauministers Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Kleine Anfrage des linken Landtagsabgeordneten Jan Schalauske entnehmen, die vergangene Woche veröffentlicht wurde: Demnach sind die Angebotsmieten in Offenbach von 2008 bis 2018 sogar von sieben Euro pro Quadratmeter auf 10,90 Euro gestiegen – das entspricht einer Steigerung von rund 56 Prozent. Der Antwort aus dem Wirtschaftsministerium ist auch zu entnehmen, dass Haushalte mit geringem Einkommen in Städten wie Offenbach teils mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden mussten.

„Im Lichte dieser Zahlen von einer moderaten Preissteigerung zu reden, wie es die Stadt Ende letzten Jahres bei der Vorstellung des neuen Mietspiegels getan hat, ist fatal“, kritisiert der linke Offenbacher Stadtverordnete Sven Malsy. Jede weitere Preissteigerung führe zu „weiterer Verdrängung“ und sei daher für viele Offenbacherinnen und Offenbacher „existenzgefährdend“. Die Stadtregierung sei „entweder unfähig oder unwillig, etwas gegen den Mietenwahnsinn zu unternehmen“, kritisiert Malsy.

Laut aktuellem Mietspiegel sind die Mieten in Offenbach zwischen 2018 und 2019 um rund vier Prozent gestiegen. Das sei „moderat“, heißt es bei der Stadt. In der Mietspiegel-Statistik werden allerdings nur solche Wohnungen berücksichtigt, die zwischen 35 und 100 Quadratmetern groß sind und deren Mieten innerhalb der vergangenen vier Jahre neu festgesetzt wurde. Nicht eingeflossen sind die Daten der eher teuren Neubauwohnungen oder Daten von ebenfalls eher teuren möblierten Appartements.

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