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Das Offenbacher Rathaus ist schon begrünt – zumindest ein bisschen.

Offenbach

Offenbach: Mehr Grün soll die Stadt abkühlen

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Bepflanzte Bauten und öffentliche Trinkspender sollen den Klimawandel in der sich aufheizenden Großstadt Offenbach erträglicher machen.

Eine Untersuchung des Deutschen Wetterdienstes hat schon vor fünf Jahren ergeben: Die Anzahl der heißen Sommertage in Offenbach wird in den nächsten Jahren wohl stark zunehmen. Der Temperaturunterschied zwischen Innenstadt und Umland könne dabei bei bis zu sieben Grad liegen. Damit das städtische Leben in Zeiten des Klimawandels erträglich bleibt, haben die Offenbacher Stadtverordneten am Donnerstagabend ein Paket unter dem Titel „Klimafreundliche Stadt“ auf den Weg gebracht. Die Abstimmung erfolgte nach der Haushaltsdebatte am späten Abend einstimmig - inklusive der Stimmen der gesamten Opposition.

Der Antrag, der auf Initiative der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern im Stadtparlament gelandet ist, enthält unter anderem folgende Maßnahmen: Öffentliche Gebäude sollen stärker als bisher begrünt und Oberflächen in deren Umfeld entsiegelt und ebenfalls bepflanzt werden. Die städtische Baugesellschaft GBO wird aufgefordert, bei anstehenden Sanierungen bestehende Schotterflächen in Grünflächen umzuwandeln. Auf Schulhöfen und in den Außenbereichen städtischer Kitas soll ebenso vorgegangen werden. Außerdem will die Stadt öffentliche Trinkwasserspender aufstellen.

Klimaanpassung

Um den Folgen des Klimawandels – etwa extreme Trockenheit und Hitze oder Hochwasser – besser begegnen zu können, haben die Offenbacher Stadtverordneten 2017 ein Konzept zur Klimaanpassung verabschiedet.

Seitdem werden zum Beispiel neue Stadtklima-Analysen erstellt und die Verwaltung arbeitet an einem Hitze-Aktionsplan: Eine Art Fahrplan, der festlegt, wer in der Stadt was tun muss, wenn es extrem heiß ist. fab

Geld soll vom Land kommen

Finanziert werden sollen die geforderten Maßnahmen vor allem mit den Fördergeldern des Landes Hessen. Hintergrund ist, dass die Richtlinie des hessischen Umweltministeriums zur Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten in diesem Herbst aktualisiert und ergänzt wurde. Unter anderem wurden die Förderquoten auf bis zu 90 Prozent erhöht. Trinkbrunnen wurden neu in den Förderungskatalog aufgenommen.

„Gerade wenn auf großen Konferenzen wie der in Madrid konkrete Absprachen zu klimaschützendem Handeln ausbleiben, kommt dem aktiven Vorgehen auf kommunaler Ebene umso größere Bedeutung zu“, umschreibt die Offenbacher Grünen-Stadtverordnete Sybille Schumann die Bedeutung des Koalitionsantrags: „Auch kleinste Grünflächen leisten erwiesenermaßen einen beträchtlichen Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität in der Stadt und helfen, deren Überhitzung in den Sommermonaten zu mindern“, heißt es bei der Koalition.

Offenbach: Linke wollen "Klimanotstand" ausrufen

Die Offenbacher Linken haben den „Klimaschutz-Antrag“ zum Anlass genommen, um in einem Ergänzungsantrag die Ausrufung des „Klimanotstands“ in Offenbach zu fordern. Wenig überraschend kam die sechsköpfige Fraktion damit im Stadtparlament aber nicht durch. Die grüne Stadtverordnete Schumann hatte vor der Sitzung betont, dass die Ausrufung des Klimanotstands – viele andere Kommunen haben genau das getan – „eine rein symbolische Aktion“ wäre. Stattdessen wolle man sich auf konkrete Maßnahmen konzentrieren.

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