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Hier sitzt das Offenbacher „Haus des Jugendrechts“.  

Offenbach

Offenbach: Linke-Abgeordnete kritisiert Haus des Jugendrechts

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Saadet Sönmez: Kontrollen werden als präventive Maßnahmen verkauft.

Die Linke kritisiert weiter die Rolle des „Haus des Jugendrechts“ in Offenbach. Konkret geht es um die Mitte Juli ohne konkrete Verdachtsfälle durchgeführten Durchsuchungen von Jugendlichen durch Polizeibeamte der Einrichtung an mehreren Plätzen und in Parks.

Die linke Landtagsabgeordnete Saadet Sönmez thematisierte laut einer Mitteilung das Vorgehen in der letzten Plenarsitzung des Landtages. Auf Nachfrage nach den Hintergründen der Kontrollen habe Innenminister Peter Beuth (CDU) geantwortet, dass die Kontrollen an „bekannten Kriminalitätsbrennpunkten“ erfolgt seien. Dabei hätten auch Gespräche mit den angetroffenen Personen im Vordergrund gestanden, um Vertrauen aufzubauen. „Die Antwort ist leider der Versuch, die polizeilichen Kontrollen im Nachhinein als präventive Maßnahme zu verkaufen“, beklagt Sönmez. „In der Realität ging es eben nicht um Präventionsmaßnahmen, sondern es wurde gezielt nach Straftaten gesucht“. Wie die FR berichtete, ist das Offenbacher Haus des Jugendrechts die hessenweit vierte Einrichtung dieser Art. Die Beteiligten von Jugendstrafverfahren arbeiten dort eng zusammen - Staatsanwaltschaft, Polizei und auf Jugendhilfe im Strafverfahren spezialisierte Sozialarbeiter der Stadt sowie der Täter-Opfer-Ausgleich der Diakonie. Das soll die Verfahren beschleunigen– auch, damit den Jugendlichen der Bezug zwischen Fehlverhalten und Bestrafung klar wird. Die präventive Arbeit steht laut Justizministerium im Fokus. 

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