Zu klein und nicht behindertengerecht: Die Fröbelschule im Nordend.  
+
Zu klein und nicht behindertengerecht: Die Fröbelschule im Nordend.  

Offenbach

Offenbach: Kritik an Zeitplanung für Neubau der Fröbelschule

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
    schließen

Die Leiterin der Offenbacher Fröbelschule bemängelt die Kommunikation seitens der Projektentwicklungsgesellschaft OPG. Von den Verzögerungen beim Schulneubau habe sie aus der Zeitung erfahren.

Ruth Steinheimer sagt, sie sei entsetzt gewesen, als sie am Freitag die Zeitung las. Dar stand, dass sich der Neubau der Fröbelschule im Osten Offenbachs wahrscheinlich verzögert. Steinheimer leitet die Schule, die in einem beengten Altbau im Offenbacher Nordend sitzt. Jetzt sagt die Schulleiterin: „Ich bin richtig sauer.“

Die Fröbelschule ist eine Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Auch körperlich-motorisch behinderte Kinder und Jugendliche besuchen die Einrichtung. Doch der Altbau ist schon lange an den Kapazitätsgrenzen angelangt und nicht behindertengerecht: Morgens stauen sich Kinder und Jugendliche in Rollstühlen vor dem einzigen Aufzug des Gebäudes, Differenzierungsräume gibt es nicht. Und die Jugendlichen, die Windeln tragen, müssten am Boden gewickelt werden, weil geeignete Sanitärräume fehlen – so beschreibt Steinheimer den Ist-Zustand.

Sauer ist sie aber vor allem, weil sie von der Verzögerung nun aus der Zeitung erfahren hat, wie sie sagt. Bislang hieß es, der Neubau an der Mühlheimer Straße solle im Sommer 2021 fertig sein. Nun heißt es, eine „seriöse Schätzung“, wann das Gebäude stehe, sei derzeit „nicht möglich“. So hatte sich Daniela Matha von der städtischen Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG bei einem Pressetermin letzte Woche geäußert. Die OPG entwickelt das Projekt im Auftrag der – ebenfalls städtischen – Wohnungsbaugesellschaft GBO.

Dort heißt es, der Boden neben einem Altarm des Mains mache das Bauen an der Mühlheimer Straße schwieriger als gedacht. Außerdem rechne man mit möglichen Funden von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Das mache eine ganz konkrete Zeitplanung schwierig.

Steinheimer wundert sich darüber, dass man diese Punkte nicht früher kommuniziert hat. Die Schulleiterin vermutet, dass die Verzögerungen auch mit dem mehrfachen Wechsel der Zuständigkeiten bei der OPG begründet sein könnten. Ihre Ansprechpartner dort hätten in den letzten Jahren mehrfach gewechselt, erzählt Steinheimer. Die OPG äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht dazu. Die Neubauplanung der Frankfurter Architektei Mey begrüßt Steinheimer indes sehr, Einziger Haken: Sie befürchtet, dass die Kapazitäten auch dort schnell ausgeschöpft sein könnten – auch weil immer wieder Eltern von Kindern mit Förderbedarf gezielt nach Offenbach ziehen, damit sie ihr Kind auf die Fröbelschule schicken können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare