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Im „Haus der Wirtschaft“ hat sich die Stadt selbst eingemietet.

Offenbach

Offenbach: Immer weniger Büros stehen leer

Der Jahresbericht der Wirtschaftsförderung zeigt eine positive Entwicklung am Büromarkt. Doch dem stehen auch Schließungen gegenüber.

Man mag es angesichts des immer noch zu großen Teilen leer stehenden City-Towers im Herzen Offenbachs gar nicht glauben – doch die gewerbliche Leerstandsquote in der Stadt geht seit Jahren zurück. Dass sich dieser Trend auch im Jahr 2019 fortgesetzt hat, lässt sich dem aktuellen Bericht der Wirtschaftsförderung entnehmen. Demnach standen Ende des dritten Quartals 2019 in der Stadt noch rund 92 000 Quadratmeter Bürofläche leer. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es 95 000 und im Jahr davor etwa 100 000. Auch bei den Lager- und Produktionsflächen und den Ladenflächen geht der Leerstand zurück.

Laut städtischer Wirtschaftsförderung habe in den vergangenen Jahren vor allem die Nachfrage nach kleineren Büro- und Lagereinheiten zugenommen: Die häufigsten Anfragen erreichten die Stadt im Segment 100 bis 1000 Quadratmeter. Diesem Trend folgen die Projektentwickler: So sind in den Büros, die neben den ehemaligen Siemens-Türmen am Kaiserlei entstehen, auch kleinere Einheiten geplant – ebenso über dem Einkaufszentrum Rathaus-Plaza in der Frankfurter Straße: Dort zieht mit Regus ein Anbieter für flexibel mietbare, vor allem kleinere Büroräume ein.

Jahresbericht der Wirtschaftsförderung

Der Jahresbericht der Offenbacher Wirtschaftsförderung ist hier online einsehbar: https://www.offenbach.de/wirtschaft/aktuell/Artikel_/jahresbericht-2019.php. fab

Auch die Stadt selbst sorgt dafür, dass der Leerstand sinkt. So zum Beispiel im „Haus der Wirtschaft“ neben dem Rathaus: Die Stadt mietet dort 5 600 Quadratmeter Büro- und Nutzflächen an. Untergebracht werden dort das Jugendamt und der Eigenbetrieb Kindertagesstätten (EKO) sowie ein Rechenzentrum und außerdem eine Quarantänestation bei Tierseuchen.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) wies bei der Vorstellung des Jahresberichts der Wirtschaftsförderung darauf hin, dass „zu niedrige Leerstandsquoten auch nicht gut“ seien – da es immer eine gewisse Menge an verfügbaren Büros geben müsse, um spontane Anfragen von Unternehmen befriedigen zu können. Gerade im östlichen Stadtgebiet gebe es aber mittelfristig ein enormes Potenzial für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe in Offenbach: Die Stadt hat sich 2019 mit der Firma Clariant auf den Kauf einer 35 Hektar großen Brache im Osten der Stadt geeinigt, auf dem sich nach Beseitigung der Altlasten langfristig Gewerbebetriebe ansiedeln sollen.

Die Liste der neuen Unternehmen in Offenbach ist dennoch überschaubar: Zwar kann die Stadt für 2019 die Neuansiedlung von 79 Unternehmen mit 360 Arbeitsplätzen verkünden, darunter eine Werbeagentur in der Heyne-Fabrik mit 40 Angestellten und eine neue Niederlassung der Großhandelsfirma Würth in der Waldstraße – gleichzeitig zieht jedoch Siemens Hunderte Angestellte aus der Stadt ab. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Und den im Jahresbericht der Offenbacher Wirtschaftsförderung aufgeführten Neuansiedlungen im Einzelhandels- und Gastronomiebereich steht eine lange Liste mit Geschäftsschließungen gegenüber: So haben sich zum Beispiel im Einkaufszentrum Komm 2019 zwar die Modeketten New Yorker und Only neu niedergelassen und rund um den Kleinen Biergrund gibt es interessante neue gastronomische Angebote. Dafür haben allerdings im Komm unter anderem auch eine Filiale der Kaffeekette Starbucks, ein Tedi-Markt sowie ein Schreibwarenladen dichtgemacht – und der Süßwarenanbieter Hussel folgt dieser Tage.

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