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Die derzeitige Kantine im Offenbacher Rathaus soll ersetzt werden.  

Offenbach

Offenbach: Gutes Essen soll Personal locken

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Das Offenbacher Stadtparlament hat am Donnerstag für eine neue Kantine auf dem Stadthof und für betriebliche Kitaplätze gestimmt. Kritik kommt von den Linken.

Wir haben massenhaft Stellen ausgeschrieben, auf die sich überhaupt niemand bewirbt“ – deutlicher konnte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) das Problem des Personalmangels in der Verwaltung vor den Stadtverordneten am Donnerstag nicht auf den Punkt bringen. Es sind mittlerweile dutzende Stellen, die wegen des leergefegten Arbeitsmarkts nicht besetzt werden können – etwa im Stadtplanungs- und im Gesundheitsamt. Viele Beschäftigte sind überlastet.

Die Stadt muss sich also dringend etwas einfallen lassen – zumal der Hebel höhere Bezahlung im öffentlichen Dienst nur eingeschränkt angewendet werden kann. Einige Dinge, wie die Einführung eines RMV-weiten Jobtickets wurden schon angestoßen. Die Stadtverordneten haben nun zwei weitere Maßnahmen beschlossen, um qualifizierte Leute nach Offenbach zu holen oder dort zu halten: Zum einen sollen in städtischen Kitas Betreuungsplätze für die Kinder städtischer Angestellter vorgehalten werden. Zum anderen soll die Kantine des Rathauses vom 15. Stock in einen Pavillon auf dem Vorplatz ziehen, wo sich derzeit ein Infoladen der Polizei befindet – dieser zieht ins nicht weit entfernte Stadthaus.

Der Bereitstellung von Kitaplätzen stimmten die Stadtverordneten bei einer Enthaltung zu. Geplant ist, mit einem Kontingent von 27 U- und Ü-3 Plätzen zu starten – und das Angebot dann je nach Bedarf auszubauen.

Diskussionen gab es aber um die Verlegung und Aufwertung der Kantine. Der linke Stadtverordnete Markus Philippi warf dem Magistrat „Geld rausschmeißen mit Ansage“ für ein „Schaufensterprojekt“ vor. Seine Fraktion schätzt die Kosten für die neue Kantine auf eine Million Euro und beruft sich dabei auf Berechnungen des Hauptamtes aus 2015. Auf Anfrage der FR heißt es dort, man habe damals zwar Umbaukosten geprüft, aber nicht die Kosten für den Umbau zu einer Kantine – mehr Infos gibt es nicht. Klar ist nur, dass die Stadt 171 000 Euro an die städtische Baugesellschaft GBO zahlen muss, die den Pavillon derzeit vermietet – als Abstand für eine von der GBO durchgeführte Sanierung. Hinzukommen Mietkosten für eine große Küche in einem benachbarten Büroturm, die bereits angemietet wurde und die neue Kantine versorgen soll.

Der Magistrat will mit dem Schritt auch die Innenstadt aufwerten: So könne die neue Kantine, die an ein für alle zugängliches Restaurant angeschlossen werden soll, den Platz vor dem Rathaus beleben. Zumal auch im benachbarten ehemaligen IHK-Haus ein Restaurant geplant sei. Man leiste einen Beitrag zu einer neuen „Gastronomieszene“. In der alten Kantine sollen Konferenzräume eingerichtet werden.

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