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Graureiher sind am Offenbacher Mainufer keine Seltenheit. 

Stadt und Kreis Offenbach

Offenbach: Graureiher bleiben hier

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Brut- statt Gastvögel wegen des Klimawandels - das trifft auf etliche der Graureiher in Stadt und Kreis Offenbach zu. Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz erstellt jährlich einen ornithologischen Bericht.

Einen Graureiher in Offenbach hat der FR-Fotograf Michael Schick am Donnerstag mit der Kamera festgehalten.

Und das mitten im Winter? Keine Seltenheit, weiß Peter Erlemann, Sprecher im Arbeitskreis Offenbach der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Erlemann ist außerdem Vorsitzender des Naturschutzbunds (Nabu), Ortsgruppe Obertshausen.

„Vor 40 bis 50 Jahren zogen die Graureiher im Winter ab, heutzutage bleiben einige – vermutlich wegen des Klimawandels – auch hier.“

Wer mithelfen will, die Wasservögel im Kreis zu zählen, kann sich bei Peter Erlemann von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Arbeitskreis Offenbach, melden: Gräfenwaldstraße 30, 63179 Obertshausen, Telefon 0 61 04 / 7 24 72, info@nabu-obertshausen.de. 


Die nächste Zählung ist Mitte Januar. Weitere im ersten Halbjahr folgen im Februar, März und April. Danach geht es im September, Oktober, November und Dezember weiter.

Der ornithologische Jahresbericht kann ebenfalls bei Peter Erlemann bestellt werden. Er kostet zehn Euro.

Vom Gast- zum Brutvogel hat sich der Reiher entwickelt. 1992 sei das erste Brutpaar im Kreis Offenbach gesichtet worden: im Naturschutzgebiet Bongsche Kiesgrube bei Mainhausen-Mainflingen. Im Jahr 2000 nisteten bereits 21 Brutpaare dort. Weitere wurden gesichtet: bei Heusenstamm, bei Dreieich-Götzenhain, bei Egelsbach.

Doch der Bestand der Kolonie in Mainflingen ist gefährdet. Erlemann zufolge ist das Problem der Kot der Graureiher. Der schädigt die Bäume, auf denen die Vögel ihre Horste bauen, und lässt sie absterben. Wurden 2014 in dem Naturschutzgebiet noch 24 Brutpaare gezählt, waren es 2018 noch zwölf. Wie viele derzeit dort leben, ist unklar. Die Wasservögel in Stadt und Kreis Offenbach werden zwar das Jahr über gezählt, die Zahlen für 2019 sind jedoch noch nicht ausgewertet.

Seit 35 Jahren rücken die Ehrenamtlichen der HGON aus, um die Anzahl der Gefiederten in Statistiken festzuhalten. Seit etwa fünf Jahren werden sie dabei vom Naturschutzbund (Nabu) Kreisverband Offenbach unterstützt. Eingang findet der Wasservogel-Bestand alljährlich in den ornithologischen Jahresbericht.

Auf den Internetseiten des Nabu Obertshausen findet man auch die Ergebnisse der Zählungen. Daraus geht hervor, dass manchmal auch seltene Gäste im Kreis gesichtet werden: Eine Mittelmeermöwe und eine Gebirgsstelze sind dort ebenfalls aufgeführt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hgon.de und  www.nabu-obertshausen.de.

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