+
Würde gerne auch in Frankfurt verkaufen: Pilzzüchter Kroll neben seinem Automaten.

Offenbach

Offenbach: Edelpilze aus dem Automaten

  • schließen

Der Offenbacher Edelpilzzüchter Kroll hat in Coronazeiten einen neuen Absatzweg gefunden - und würde seine seltene Ware künftig gerne auch in Frankfurt anbieten.

Mathias Kroll züchtet in einem alten Keller neben dem Stadion der Offenbacher Kickers Edelpilze. Durch die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie ist ihm quasi über Nacht ein Großteil der Kundschaft abhanden gekommen – die Gastronomie. Nun macht der Mühlheimer mit einer besonderen Idee auf sich aufmerksam: Seit zwei Wochen steht auf Höhe der Bieberer Straße 269 ein großer gekühlter Automat, den Kroll mit seinen Pilzen und mit Pilzgerichten befüllt hat.

Aktuelle Informationen

Alle Marktterminesind in der App „Notyz“ einsehbar (Code: Edelpilzzucht*1). Die App wird noch mit weiteren Inhalten, etwa Rezepten, gefüllt.

Kroll erzählt, dass er bis vor einem Dreivierteljahr fast ausschließlich Gastronomiebetriebe beliefert hat. Weil bei diesem Geschäftsmodell aber stets viele Pilze im Müll gelandet seien – er wusste vorab nie, wie viel bestellt wird – hat er sich seitdem mit Marktständen ein zweites Standbein aufgebaut. In Offenbach ist er auf zwei Märkten vertreten, außerdem in Wiesbaden und in Mainz. „Hätte ich nicht bereits den Weg der Direktvermarktung eingeschlagen, hätte mein Betrieb die Corona-Zeit keine zwei Wochen überlebt“, vermutet Kroll nun.

Gerne würde der Pilzzüchter seine Ware – Kräuterseitlinge etwa, Friseepilze oder Samtfußrüblinge – auch auf einem Frankfurter Markt verkaufen. Doch es sei „sehr schwierig, da reinzukommen“, sagt er. Die Bewerbung um eine Standlizenz dort laufe seit einer Weile. Der Automat am Bieberer Berg, den Kroll recht spontan in den Niederlanden besorgen konnte, komme gut an, erzählt er – auch wenn beim Umsatz noch Luft nach oben sei. Bald sollen womöglich auch die Produkte einer lokalen Käserei den Automaten füllen. Auf jeden Fall scheint Kroll auf den Geschmack gekommen zu sein: So kann er sich einen Platz in Offenbach oder Frankfurt vorstellen, wo mehrere Automaten regionaler Erzeugerbetriebe aufgestellt werden. So hätte man quasi jeden Tag Wochenmarkt mit frischen Produkten, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare