Auch das ist der Offenbacher Rolandpark: Jugendliche treiben Sport.  
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Auch das ist der Offenbacher Rolandpark: Jugendliche treiben Sport.  

Offenbach

Offenbach: Dreck und Lärm am Rolandpark

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Dreck und Lärm von Jugendlichen beschäftigt einige Anwohnerinnen und Anwohner am Rolandpark in Offenbach. Die SPD fordert Streetworker, doch die Stadt tut sich bei der Suche danach schwer.

Im und um den Offenbacher Rolandpark treffen sich oft Jugendliche. Manchmal hören sie laut Musik, manchmal hinterlassen sie Müll. Und manchmal rauchen sie Marihuana – und immer wieder gibt es Anwohner, die sich darüber beschweren. Anwohner, die auch mal damit drohen, das Viertel zu verlassen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, das Senefelderquartier ist vor dem Kippen“, mahnt der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtparlament, Martin Wilhelm. In einem Antrag fordert seine Fraktion für Rolandpassage und -park eine Vollzeitstelle aufsuchender Sozialarbeit – und mehr Sauberkeit.

Das dicht besiedelte Senefelderquartier liegt südlich der Offenbacher Innenstadt. Seit 2013 fließt Geld der Städtebauförderung Hegiss in das Viertel. Damals begann auch der Umbau des Fabrikgeländes der Firma Manroland mitten im Quartier: Es entstanden Hunderte Wohnungen, Geschäfte und Gastronomie, eine Kita und der erste Park im Viertel – der Rolandpark.

Dass sich dieses Projekt nicht so entwickelt hat, wie erhofft, ist auch der Politik bekannt. In der Passage trifft man auf vertrocknete Pflanzen und dreckige Bänke, im angrenzenden Parkhaus auf ein abstoßendes Gemisch aus Urin, Taubenkot und Müll. Trotzdem treffen sich auch dort Jugendliche. Die Polizei spricht von einem „Rückzugsort“. Martin Wilhelm sagt, Teile der Anwohnerschaft nähmen die Situation als bedrohlich wahr.

Innen trist und oft dreckig: Die Rolandpassage im Senefeldequartier.  

Ein Problem ist, dass für Passage und Parkhaus nicht die Stadt, sondern ein Investor zuständig ist. Außerdem konnte die Stadt eine 75-Prozent-Stelle für Sozialarbeit in dem Viertel nicht besetzen, weil ein Bewerber wieder abgesprungen sei. „Vor dem Sommer sollen noch Gespräche stattfinden“, heißt es nun aus dem zuständigen Dezernat.

Der SPD geht das nicht weit genug, sie fordert eine Vollzeitstelle. Weil Streetworker gefragt seien und man so die Chance erhöhe, jemanden zu finden. Dass nach einer SPD-Veranstaltung im Mai auch ein Bürgergespräch der Stadt im Parkhaus am Freitag gut besucht war, sehen die Sozialdemokraten als Bestätigung dafür, dass das Thema viele Leute umtreibe.

„Die Debatte war erwartungsgemäß hitzig“, sagt Quartiersmanager Michael Englert. Man habe gemerkt, dass es „den Leuten vor diesem Sommer graut“. Wohl auch, weil in den vergangenen Monaten mangels Alternativen noch mehr Jugendliche als sonst den Weg auf das Areal fanden. Dennoch müsse klar sein, dass die Stadt nicht das Ziel verfolge „Jugendliche dauerhaft aus dem Park zu verdrängen“.

Die Stimmung ist aufgeheizt. Spätestens seit die SPD im Herbst das Parkhaus als „Drogenumschlagplatz“ bezeichnete; ein Zustand, den die Polizei verneint. Zwar habe sie bei Kontrollen Marihuana gefunden, aber nur zum Eigenkonsum, „nicht aber zum Handel“, sagt ein Sprecher. Auch zu aggressiven Jugendlichen lägen keine Erkenntnisse vor.

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