Offenbach

Offenbach bevorzugt faire Handwerker

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Die Stadt Offenbach ändert die Regeln für ihre Ausschreibungen. Faire Handwerksunternehmen profitieren davon.

Offenbach macht als erste Stadt die „Initiative Faires Handwerk“ zu einem Vergabekriterium bei Bauausschreibungen – das teilt die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main mit. Malerbetriebe der Initiative erhalten laut der Mitteilung bei Ausschreibungen für Maler-, Putz- und Trockenbauarbeiten Pluspunkte.

Dadurch sollen sie gegenüber Billiganbietern konkurrenzfähig bleiben. „Wir finden das Engagement vorbildlich, unterstützen es hiermit als Auftraggeber und hoffen, dass es sich schnell verbreitet“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) laut der Mitteilung. Bereits seit Frühjahr 2019 berücksichtigt die Stadt laut Malerinnung bei Ausschreibungen Nachhaltigkeitskriterien. Bei Bauleistungen sei das in der Regel die Ausbildungsquote, die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, die Einhaltung der Pflichtquote für Schwerbehinderte und das Arbeitsschutz-Management-System der BG Bau. Nun sei die Initiative Faires Handwerk als weiteres Kriterium hinzugekommen.

Schwenke lobt Initiative

Felix Diemerling, Geschäftsführer der Maler- und Lackiererinnung und Mitbegründer der Initiative, sieht in der Entscheidung der Stadt einen „echten Meilenstein“. Denn trotz der guten Konjunktur seien illegale und unfaire Geschäftspraktiken auf dem Bau „an der Tagesordnung“. Die Initiative Faires Handwerk hat sich zum Ziel gesetzt, Lohn-Dumping und Schwarzarbeit zu verhindern, Transparenz und Rechtssicherheit für Kunden zu schaffen sowie Arbeitsplätze zu erhalten. Kern ist eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Handwerksbetriebe. Wesentliches Merkmal sei die Ausführung der Kernleistungen mit eigenen, sozialversicherungspflichtig angestellten Mitarbeitern. Daneben umfasse die freiwillige Erklärung weitere Punkte, welche die Betriebe etwa zur Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitssicherheit und Datenschutz verpflichten.  

Weitere Infos unter www.faireshandwerk.de.

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