Der Zugang zur S-Bahn-Station Marktplatz mit neuem, bunten Glasdach.
+
Der Zugang zur S-Bahn-Station Marktplatz mit neuem, bunten Glasdach.

Offenbach

Offenbach: Bahn investiert 800 000 Euro in die S-Bahn-Station Marktplatz

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
    schließen

Heller, freundlicher, moderner: der Offenbacher „Zukunftsbahnhof“ Marktplatz soll bis Ende des Jahres aufgehübscht werden. Die Hochschule für Gestaltung trägt ihren Teil dazu bei.

Wissenschaftliche Studie der Hochschule für Gestaltung

Die Hochschule für Gestaltung(HfG) in Offenbach hat im Auftrag der Bahn eine wissenschaftliche Studie erarbeitet, die am Beispiel der S-Bahn-Station Offenbach Marktplatz Vorschläge und Visionen erarbeitet hat, wie ein Bahnhof der Zukunft funktionieren müsste. Der Schwerpunkt liegt auf Orientierung, Information und Verknüpfung der Mobilitätsangebote.

Die Bahnwird noch in diesem Jahr einige Empfehlungen umsetzen (siehe Artikel). Die 160 Seiten umfassende Studie enthält aber auch Ideen, die erst später realisiert werden können, weil sie teuer oder ihre Umsetzung aufwendig sind. Eine Ausstellung sollte laut HfG über diese Projekte informieren.

Ob folgende Vorschlägeumgesetzt werden, ist offen: Fahrrad-Garage, innovatives Lichtkonzept, Mooswände oder die Begrünung des Bahnsteigs.

Hier finden Sie die HfG-Studie 

Bahnhöfe sind die Visitenkarte einer Stadt. Der Eindruck, den 37 000 Reisende täglich von Offenbachs zentraler S-Bahn-Station Marktplatz bekamen, war zuletzt nicht der allerbeste – wohlwollend ausgedrückt. Doch 25 Jahre nach Eröffnung des S-Bahn-Tunnels unter der City will der Bahnkonzern bis Jahresende 800 000 Euro in die am stärksten frequentierte Station der Stadt investieren, die damit „Zukunftsbahnhof“ und Vorbild für andere Stationen werden soll.

In das Pilotprojekt wurden 16 Bahnhöfe bundesweit aufgenommen. Der Offenbacher ist der einzige unterirdische. Eng eingebunden in die Entwicklung des Konzepts war die Hochschule für Gestaltung (HfG), die eine umfassende Studie zu Potenzialen und zu einer „ganzheitlichen“ Umgestaltung der Station erarbeitet hat.

Der Offenbacher Bahnhof soll vor allem heller, freundlicher und moderner werden. Positiv fällt Pendlern heute schon die farbige Gestaltung des Zugangs am Marktplatz ins Auge. Hier hat die Offenbacher Künstlerin Thekra Jaziri, die mit großflächigen Arbeiten bereits fröhliche Akzente im Hafen und im Mathildenviertel gesetzt hat, mit warmen Farben die Treppenwände und das Glasdach verschönert.

Die B-Ebene erfuhr durch eine neue Beleuchtung, Spiegel an der Decke und frisch gestrichene Tunnelwände eine Aufwertung. Die Reinigungsintervalle wurden erhöht. Für Abwechslung soll ab Mitte Juli ein Pop-up-Store am Rathauseingang sorgen.

Die Fläche wird testweise für sechs Wochen von den Machern des Mode- und Kunstlabels „Offenbach Neue“ bespielt, die dort an einem Nachmittag pro Woche Sweater, Shirts und Hoodies mit dem von ihnen entworfenen Schriftdesign verkaufen wollen. Wenn das Angebot gut angenommen wird, wolle die Bahn ihnen die Fläche längerfristig anbieten, sagte eine Sprecherin.

Im Herbst sollen ein DB Store mit Reisebedarfsartikeln sowie eine Bäckerei eröffnen. Die bisherigen migrantischen Geschäftsleute, die in der Station früher türkische Sesamringe oder pakistanische Waren verkauften, kamen als Mieter für den „Zukunftsbahnhof“ nicht mehr zum Zuge.

Verbessert werden sollen die Orientierung der Reisenden und die Lenkung der Verkehrsströme. Einige Informationstafeln wurden bereits aufgestellt. Ein großer Infowürfel soll ab August über Abfahrtzeiten und Anschlussmöglichkeiten Auskunft geben. Das ist dringend nötig, weil die Station Marktplatz mit vier S-Bahn-Linien, lokalen und regionalen Bussen, Taxis und Sharingangeboten für Elektroautos und -fahrräder ein intermodaler Knoten ist. Nur: Das wird bislang nicht sichtbar.

Die Bahn betont, wesentliche Impulse für die Neuerungen seien von der HfG ausgegangen, die Pendlerbewegungen auf den Bahnsteigen und das Fahrgastverhalten analysiert sowie den 210 Meter langen Bahnsteig in unterschiedliche Zonen unterteilt habe. Etliche Vorschläge seien aufgegriffen worden. Bis zum Herbst soll der Bahnsteig in Bereiche zum Ankommen, Informieren und Warten aufgeteilt und mit Anlehnmöbeln inklusive USB-Anschlüssen zum Aufladen von Handys ausgestattet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare