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Schutz gegen Corona-Virus: Tullio Parisi baut Trennscheiben aus Kunststoff in Taxis ein.

Offenbach

Offenbach: Scheibenmonteur macht Autos virus-sicher

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Der Betreiber einer Autoglaswerkstatt stattet in Offenbach die kompletten Fuhrparks von Taxiunternehmen mit Corona-Schutzscheiben aus.

  • Corona-Schutzscheiben aus Offenbach
  • Vor allem Taxis werden ausgestattet 
  • Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus 

Offenbach. - In Corona-Zeiten darbt auch das Taxigewerbe. Doch für den Autoglaser Michael Axt, 60 Jahre, ausgebildeter KfZ-Elektriker und Ex-ITler, laufen die Geschäfte derzeit ausgerechnet wegen des Bedarfs im Taxisektor gut: Das Team seines Autoglasbetriebs in Offenbach hat sich in den vergangenen Wochen darauf spezialisiert, Scheiben aus transparentem Kunststoff zwischen den Fahrersitz von Taxis und den Passagierbereich der Wagen zu montieren – damit mögliche Viren nicht so leicht per Tröpfcheninfektion von Person zu Person gelangen können.

Corona-Krise: Offenbacher macht Taxis virus-sicher

Über 200 Taxis haben Axt und sein Mitarbeiter Tullio Parisi nach eigenen Angaben bereits ausgestattet, auch die ersten Privatwagenfahrer – zwei besorgte Personen älteren Semesters – waren schon mit ihren Autos in der Werkstatt. Die Nachfrage ist so groß, dass Axt zwischenzeitlich Probleme hatte, das nötige Makrolonglas zu bekommen. Dabei handelt es sich um eine dem Plexiglas nicht unähnliche Plastikglasart, die aber biegsamer ist und dadurch, wie Axt es beurteilt, im Falle eines Autounfalls sicherer sei, da sie nicht so leicht zerspringe. „Makrolon ist mittlerweile gefragt wie Klopapier“, erzählt der Autoglaser: „Wir haben im Umkreis von hundert Kilometern um Offenbach alles leer gekauft.“

Corona in Offenbach: Busunternehmer auch interessiert

Und das Geschäft reißt nicht ab: In der vergangenen Woche sei sogar ein Busunternehmer vorgefahren, der einen ganzen Reisebus mit Makrolonscheiben zwischen den Sitzreihen hat ausstatten lassen. Trotzdem werde er mit der Geschäftsidee bislang nicht reich, sagt Michael Axt: Pro Scheibe berechne er 60 bis 70 Euro. Doch während die Idee mit den durchsichtigen Trennscheiben gut ankomme, fänden wegen Corona gleichzeitig weniger reguläre Kundinnen und Kunden den Weg in Axts Autoglaswerkstatt an der Sprendlinger Landstraße.

Corona-Schutzscheiben aus Offenbach

Einer der bisherigen Kunden ist Lars Kissner – beziehungsweise das Offenbacher Taxiunternehmen Fledermaus, für das Kissner, den manche auch von seiner Pressearbeit für die Kickers kennen, arbeitet. Als sich die Dimensionen der Corona-Krise abzeichneten, habe man sich „sofort Gedanken gemacht“, was man denn tun könne, um sowohl das Fahrpersonal als auch die Mitfahrenden vor dem Virus zu schützen, erzählt Kissner. Seine Taxigruppe habe bereits alle 60 Wagen umrüsten lassen.

Offenbach: Corona-Schutzscheiben mit Fahrkomfort 

Kissner erinnert sich an die Glasscheiben, die vor Jahrzehnten aus Sicherheitsgründen ganz anderer Art – er spricht von „Taximorden“ – nach US-amerikanischem Vorbild in manchen Taxis installiert wurden. Doch sei Plastikglas flexibler als normales Glas: So könne man mit den Makrolonscheiben zum Beispiel weiterhin die Sitze verstellen. Einen gewissen Fahrkomfort soll Corona bitteschön nicht auch noch verderben.

Von Fabian Scheuermann

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