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Künftig nur noch mit Leine: Frau mit Hund im Offenbacher Wald. 

Offenbach

Offenbach: Auslaufflächen für Hunde geplant

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Schon nächstes Jahr soll die erste eingezäunte Auslauffläche für Hunde in Offenbach fertig sein. Die Rathaus-Koalition hatte zuvor eine Leinenpflicht im Wald beschlossen.

Hunde dürfen im Wald auf Offenbacher Gemarkung fortan nicht mehr ohne Leine unterwegs sein – das haben die Stadtverordneten auf Initiative der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern (FW) im November beschlossen – damit die im Wald lebenden Wildtiere künftig seltener freilaufenden Hunden zum Opfer fallen. In der letzten Sitzung des Stadtparlaments kurz vor Weihnachten hat die Koalition nun nachgelegt: Auf Anregung der FW beschlossen die Stadtverordneten einen Antrag, der den Magistrat mit der Prüfung möglicher Orte sowie der Kosten von eingezäunten Hundefreilaufflächen beauftragt.

„In Offenbach gibt es mehr als 4000 steuerlich erfasste Hunde und wir sehen es als unsere Pflicht an, diesen Hunden auch etwas zu bieten“, sagte der Fraktionsvorsitzende der FW, Dennis Lehmann, in der Debatte zum Thema. Man hoffe, schon 2020 die erste eingezäunte Fläche realisieren zu können und wünsche sich mehrere solcher Flächen im Stadtgebiet.

Vor der letzten Sitzung der Stadtverordneten hatte bei einigen Bewohnerinnen und Bewohnern des Offenbacher Südens eine Pressemitteilung der FW für Aufregung gesorgt: Denn die Fraktion schlug darin vor, dass als Hundefreilauffläche zum Beispiel ein Teil des sogenannten Amerikawäldchens zwischen Tempelsee und Bürgel in Betracht käme – ein siedlungsnahes Waldstück, das man für den neuen Zweck einzäunen müsste. Lehmann nannte später als Beispiel außerdem eine Fläche in der Nähe des Schultheisweihers, die man wegen der hohen Nitratbelastung im Boden ohnehin nicht anders nutzen könne.

Kritik an dem Beschluss der Koalition kommt unter anderem von der SPD. „Der Antrag sieht sehr nach einem Leckerli zur Beruhigung der Hundebesitzer aus“, sagte die in Tempelsee lebende Stadtverordnete Gertrud Marx in der letzten Stadtverordnetensitzung. Warum für das Amerikawäldchen andere Regeln gelten sollen als für den Rest des Waldes auf Offenbacher Gemarkung sei nicht nachvollziehbar.

Auch die AfD und die Linke kritisieren den Beschluss: Wenn man in dem einen Monat eine Ausweitung des Leinenzwangs beschließe und einen Monat später dann die Schaffung von Auslaufflächen für Hunde fordere, sei das „Populismus“, sagte der linke Stadtverordnete Sven Malsy im Stadtparlament. Bei der Koalition heißt es, der zuständige Förster habe die Stadt um einen Leinenzwang im Wald gebeten.

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