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Eigentlich sollen Radler hier links von den Strichen fahren - die Markierungen wurden mittlerweile verbessert. 

Offenbach

Offenbach: Ausbau der Fahrradstraßen stockt

Einige Bauarbeiten für neue Fahrradstraßen in Offenbach pausieren bis Frühjahr. Und die Idee einer Einbahnstraßen-Regelung im Senefelderquartier ist wohl vom Tisch.

Die Senefelderstraße im Süden der Innenstadt – Offenbachs erste Fahrradstraße – wird für Autos wohl nicht zur Einbahnstraße. Dafür hätte das Ordnungsamt dort bei jüngst durchgeführten Kontrollen einen „Gefahrenschwerpunkt“ feststellen müssen. Das ist aber nicht der Fall: Zwar waren 91 von 729 erfassten Autos zu schnell unterwegs, wie das Ordnungsamt auf Nachfrage mitteilte. Doch liege dieser Wert „im Rahmen dessen, was wir in anderen 30er-Zonen feststellen“, wie Amtsleiter Peter Weigand sagt. Eine Umwandlung zur Einbahnstraße ist daher unwahrscheinlich. Für alle Verkehrsteilnehmer bleibt es eng.

Die Senefelderstraße ist auf einem rund 500 Meter langen Abschnitt eine Art Versuchslabor: 2018 hat die Verwaltung dort eine erste Fahrradstraße eingerichtet – eine Tempo-30-Zone, wo Radlerinnen und Radler Vorrang haben und nebeneinander fahren dürfen. Damit eine Straße zur Fahrradstraße wird, müssen eigentlich nur neue Schilder aufgestellt und Markierungen auf der Fahrbahn angebracht werden. Doch weil Fahrradstraßen in Deutschland immer noch selten sind und die Umsetzung von Ort zu Ort variiert, gibt es kaum Vorbilder, nach denen man sich richten könnte.

Mehr Infos

Mehr Infos zu Offenbachs Fahrradstraßenprojekt gibt es auf der Seite www.bikeoffenbach.de.

Um gute Fahrradstraßen zu bauen, die viele Leute motivieren, bei innerstädtischen Fahrten das Rad zu nutzen, betreibt die Stadt deshalb einigen Aufwand: So wurden in Zusammenarbeit mit mehreren Hochschulen Umfragen durchgeführt, Designstudien erstellt und Markierungen auf der Teststrecke nach Kritik verändert – und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Gestaltung weiterer Fahrradstraßen berücksichtigt werden.

Sechs Fahrradrouten auf 33 Kilometern plant die Stadt, neun Kilometer sollen als Fahrradstraßen ausgeführt werden. Dort, wo keine Fahrradstraßen vorgesehen sind, werden teils vorhandene Rad- oder Waldwege genutzt oder ausgebaut. Auch die Anbindung an einige Nachbarkommunen soll so verbessert werden. Möglich wurde das Vorhaben durch eine Bundesförderung in Höhe von 4,53 Millionen Euro. Die Stadt steuert 1,45 Millionen bei.

Die Umsetzung verzögert sich jedoch: Statt 2020 wird man nun erst 2021 alle Einzelprojekte umgesetzt haben. Asphalt- und Markierungsarbeiten an Fahrradstraßen im Nordend und in Bürgel mussten ins Frühjahr verschoben werden, weil der Dezember kälter war als erhofft. Noch diesen Monat sollen die Arbeiten an der Fahrradachse 6 beginnen, die von Bieber in die Stadt führt. Zudem wird bald die Achse 2 entlang der Senefelderstraße verlängert – als Zweirichtungs-Radweg. Zudem stehen weitere Routen inklusive einer Anbindung nach Neu-Isenburg und Gravenbruch an.

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