Offenbach

Neue Ideen für Stadtfeste gesucht

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Oberbürgermeister und Kämmerer wollen mit Veranstaltern kürzere Verträge schließen. Stadtmarketing und Kultur sollen stärker in die Vergabe eingebunden werden,

Die Organisation der großen Innenstadtfeste liegt teilweise seit Jahrzehnten in den Händen von Klaus Kohlweyer und Peter Kampfmann. Diese Zeiten sind nun wohl vorbei. Das Bierfest, das Kampfmann 1986 ins Leben gerufen und seitdem auch mit Kohlweyer ausgerichtet hatte, wird in diesem Jahr erstmals nicht mehr von den beiden veranstaltet. Neuer Anbieter für das Fest im August, das jetzt Bierbörse heißt, ist Bernd Noll aus Worms.

Doch auch das Stadtfest Offenbacher Woche und der Weihnachtsmarkt stehen auf dem Prüfstand, wie einer von Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) und Bürgermeister Peter Freier (CDU) unterzeichneten Vorlage an den Magistrat zu entnehmen ist.

Sie fordern in seltener Einmütigkeit, den Vertrag mit dem Gewerbeverein Treffpunkt Offenbach und der Firma Pro OF GmbH nur noch um zwei statt wie bisher um fünf Jahre zu verlängern. Kohlweyer ist Vize-Vorsitzender des Gewerbevereins und zusammen mit Kampfmann Chef von Pro OF und Organisator der Feste. Ob sie über das Jahr 2021 hinaus für die Offenbacher Woche und Weihnachtsmarkt zuständig sein werden, ist offen.

Dass die Verträge überhaupt verlängert wurden, verdankt sich dem Umstand, dass die Stadt in Ruhe neue Strukturen aufbauen will, um „das bisherige Defizit der Passivität bei der Gewinnung von geeigneten Veranstaltungen zu beseitigen“, heißt es in der Vorlage. Stadtsprecher Fabian El Cheikh sagte, nach Jahren ohne große Veränderungen brauche es neue Ideen.

Bislang war das Ordnungsamt für die Vergabe der Feste verantwortlich. Die Behörde forderte alle fünf Jahre Veranstalter über eine Fachzeitschrift auf, sich für die Durchführung der Offenbacher Innenstadtfeste zu bewerben. Eine aktive Suche nach interessanten Veranstaltern wurde nicht betrieben, Die Folge: Es bewarben sich meistens dieselben Veranstalter, die auch regelmäßig zum Zuge kamen, was laut Vorlage zu einer „gewissen kreativen Stagnation führte“.

Künftig sollen das Stadtmarketing und die Kultur stärker in die Akquise und die Vergabe der Feste eingebunden werden. Treibende Kraft hinter dem angestrebten Wandel ist der Oberbürgermeister, der sich schon im Wahlkampf für ein neues Feste-konzept starkgemacht hatte.

Kohlweyer, der sich seit über 25 Jahren um die Technik beim Reitturnier in Wiesbaden kümmert, erklärte auf Anfrage, er könne die Kritik nicht nachvollziehen. Nach der Umstrukturierung des Weihnachtsmarktes mit dem Schwerpunkt Feiermöglichkeit präsentiere dieser sich als „einmalig in Deutschland“. Die Reservierungen für die mietbaren Hütten und Zelte mit teilweise beheizten Sitzplätzen seien „sensationell“ gut. Auch die Offenbacher Woche sei eine „Spitzenveranstaltung in der Stadt“.

Er begrüßte zwar, das Stadtmarketing einzubinden, meinte aber auch: „Man muss erst einmal jemanden finden, der Offenbach machen möchte.“

Fest-Termine

Die 24. Offenbacher Woche findet in diesem Jahr vom 31. Mai bis 3. Juni mit verkaufsoffenem Sonntag statt. 

Die Bierbörse (früher Bierfest) kann vom 22. bis 25. August besucht werden. 

Der Künstlermarkt ist am 1. September auf dem Wilhelmsplatz. 

Der Weihnachtsmarkt hat vom 25. No-vember bis 29. Dezember geöffnet.  

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