Nahwärme in Offenbach

Mangelnde Transparenz

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Die Hausbesitzer An den Eichen in Offenbach sind zu Recht verärgert wegen hoher Energiekosten durch Nahwärme. Ein Kommentar.

Die Hausbesitzer An den Eichen sind verärgert. Zu Recht. Sie haben in Häuser mit sehr hohem Energiestandard investiert und dafür erhöhte Baukosten in Kauf genommen. Mag sein, dass sich das ökologisch auszahlt, finanziell aber nicht. Die meisten glaubten wohl, ein hoher Energiestandard bedeute einen geringen Verbrauch und weniger Kosten. Das ist nicht eingetreten.

Die städtische Projektentwicklungsgesellschaft OPG behauptet, es habe eine „eindeutige politische Beschlusslage“ der Stadtverordneten gegeben. Das stimmt nur allgemein für das Ziel, dort ein ökologisch hochwertiges Wohngebiet zu entwickeln. Die Entscheidung für die Wärmeversorgung mit Pellets, die die Hausbesitzer nun so teuer zu stehen kommt, muss zwischen Magistrat und OPG gefallen sein. Zu dieser Verantwortung will sich heute niemand mehr bekennen.

Über das Energiekonzept, das laut OPG und Energieversorgung Offenbach (EVO) Grundlage für die Entscheidung pro Pellet war, haben die Stadtverordneten nicht abgestimmt. Es wurde nur zur Kenntnis genommen. Es war auch nicht Bestandteil der Unterlagen bei der öffentlichen Auslegung. Transparenz sieht anders aus.

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Offensichtlich lag kein belastbarer Kostenvoranschlag vor - ein Versäumnis. Die EVO behauptet zwar, die Preise seien Teil des Kaufvertrags gewesen. Die Betroffenen dagegen sagen, eine Preisvereinbarung mit der EVO erst nach dem Hausbau unterschrieben zu haben. Laut OPG-Chefin hat der Gutachter die Nahwärme mit Pellets als wirtschaftlichste Lösung empfohlen. Angesichts der hohen Rechnungen ist dies zu hinterfragen.

Die EVO argumentiert, die Hausbesitzer hätten aufgrund der hochwertigen Energieerzeugung ihre Häuser nicht so massiv dämmen müssen, um den geforderten Standard zu erreichen. Das zeugt nicht nur von Ignoranz, sondern auch davon, wie schlecht die Käufer informiert wurden.

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