Stadtentwicklung

Mehr Grün in Offenbach gefordert

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Es gibt ein zweites Bürgerforum zur Aufwertung des Nordens. Eine Beteiligung ist bis Ende März möglich.

Einer der spannendsten Stadträume Offenbachs, aber auch einer mit den meisten Aufgaben.“ Bei der Beschreibung des Nordends durch Baudezernent Paul-Gerhard Weiß nickt so mancher Besucher des Bürgerforums, denn Probleme gibt es einige im Quartier: Der Straßenraum ist überfüllt, die Fassaden sind verschmutzt, Müll wird auf dem Gehweg gelagert, es fehlt an Aufenthaltsqualität und viele Läden stehen leer.

In den kommenden zehn Jahren soll sich das ändern: Das Nordend ist nach dem Mathilden- und dem Senefelderquartier in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen worden. Am Freitag hat die Stadt zum zweiten Beteiligungsforum zur Erstellung eines integrierten Handlungskonzeptes geladen, rund 30 Bürger folgten dem Aufruf in die Räume des Boxclubs am Hafen.

Seit vergangenem Mai wurden durch die Planer der NH Projektstadt Stärken und Schwächen des Quartiers analysiert, über eine Online-Plattform konnten Bürger seit einigen Wochen Verbesserungsvorschläge und Wünsche für das Fördergebiet einbringen.

„Mehr Grün“ war ein oft gehörter Wunsch am Freitag. Die Planer wollen daher, dass in Ludwig-, Taunus-, Goethe- und Bettinastraße mehr Straßenbegleitgrün gepflanzt wird. „Aber das muss gepflegt werden und darf nicht zur Hundetoilette verkommen“, mahnt eine Anwohnerin. Andere fordern mehr Spiel- und Sportplätze für das Viertel. Denn der große Spielplatz in der Johannes-Morhart-Straße wird zwar nach jahrelangem Stillstand saniert, ist aber zu klein angesichts der Größe des Quartiers, und der Bolzplatz am Nordring ist baulich problematisch. Daher schlagen Planer und Bürger vor, etwa einen Teil des Parkplatzes der Heyne-Fabrik zum Sport- und Spielplatz umzugestalten; ein mehrstöckiges Quartiersparkhaus auf der übrigen Fläche soll den Wegfall der Parkplätze kompensieren.

Ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste: eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs. Denn wenn durch die Kaiserleibaustelle nichts mehr geht auf den Hauptstraßen, versuchen viele Verkehrsteilnehmer, durch das Nordend abzukürzen.

Die Umgestaltung des durch einen kleinen Erzeugermarktes bereits aufgewerteten Goetheplatzes genießt am Freitag bei den Bürgern wenig Priorität, die des eher unscheinbaren Karl-Carsten-Platzes an der Berliner Straße dagegen umso mehr. Etwas ratlos sind einige Besucher beim Vorschlag der Planer, einen „Park am Nordcap“ nahe der Autobahnbrücke einzurichten. „Wer will denn bei dem Lärm dort Zeit verbringen?“, fragt ein Besucher. „Das Geld für den Park sollte besser in die Sauberkeit investiert werden“, sagt eine Anwohnerin.

Für die kaum genutzte Fläche unter der Autobahnbrücke können sich einige Besucher einen Parkplatz vorstellen, um Autos aus dem Nordend heraus zu bekommen. „Aber dann muss es eine gute und günstige Busanbindung geben, sonst steht der leer“, sagt ein Teilnehmer.

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