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Kommentar

Mangelnde Transparenz

Gerade bei einem so mit Emotionen verbundenen Gebäude müssen die Offenbacher Bürger früh ins Boot geholt, ihnen Kosten, aber auch Nutzen transparent gemacht werden.

Cui bono – Wem nützt die Diskussion? Im Streit um die Trauerhalle muss die Antwort lauten: Keinem. Sowohl Koalition wie SPD gehen beschädigt aus der Diskussion heraus. Dass die CDU einen Neubau favorisiert, wurde am Donnerstag offenbar. Dafür mag es nachvollziehbare Gründe geben – doch muss man sie kommunizieren. Gerade bei einem so mit Emotionen verbundenen Gebäude müssen die Bürger früh ins Boot geholt, ihnen Kosten, aber auch Nutzen transparent gemacht werden. Formal mag in Ordnung sein, was bisher vertraulich in der Betriebskommission behandelt wurde, doch mit Blick auf die Außenwirkung höchst ungeschickt. Nicht zum ersten Mal hat sich die Koalition da erstaunlich instinktlos gezeigt.

Offenbar wurde aber auch, dass die SPD sich unbedingt als Kümmerin präsentieren will. Dass man die ganze Angelegenheit von den Stadtverordneten behandelt wissen will, ist richtig und ehrenhaft. Aber dass Sanierungen kosten und zu Gebührenerhöhungen führen, ist kein Staatsgeheimnis – zumal sie ja selbst die meiste Zeit in der Stadt den Ton angab, als sie die Gebäude eben vor sich hin rotten ließ. Der Antrag vom Donnerstag ließe sich im besten Falle als weltfremd bezeichnen. Eine Visitenkarte für verantwortliches Handeln haben beide Seiten nicht abgegeben.

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