Offenbach

Kritik an Preisträger

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Die Islamismusexpertin Sigrid Herrmann-Marschall aus Offenbach sieht in der Verleihung des Integrationspreises ein „fatales Signal“.

Die Islamismusexpertin Sigrid Herrmann-Marschall aus Offenbach hat kritisiert, dass bei der Vergabe des hessischen Integrationspreises auch „problematische Organisationen“ und unter Beobachtung stehende Einrichtungen ausgezeichnet worden seien. Sie könne sich das nur damit erklären, dass auf eine Nachfrage zu den Preisträger beim Verfassungsschutz offenbar verzichtet worden sei, schreibt sie in einer Mitteilung.

Die Offenbacherin hält das für einen Fehler und für ein „fatales Signal“, weil die ausgezeichneten Organisationen nun verbreiten könnten, dass sie das Vertrauen und die Wertschätzung der Landesregierung hätten.

Fragwürdig ist für sie der dritte Platz für das Projekt „Ich bin eine Muslima“ von Lajana Imaillah Deutschland in Frankfurt. Dabei handle es sich um eine Organisation, die das umstrittene Frauenbild der Ahmadiyya-Gemeinde und eine strikte Geschlechtertrennung offensiv vertrete. In der Hauptorganisation, in der wichtige Entscheidungen getroffen würden, dürften sich Frauen nicht engagieren.

Nähe zu Muslimbrüdern

Ausgezeichnet wurden auch der „Rat der Religionen“ in Frankfurt sowie der „Rat der Religionen im Kreis Gießen“. In Gießen, so Herrmann-Marschall, bestehe der Verdacht, dass dem Rat eine Gemeinde angehört, in der Muslimbrüder aktiv sind.

Im Frankfurter „Rat der Religionen“ soll eine Mitgliedsorganisation der Muslimbrüderschaft nahestehen. Dem Frankfurter Projekt gehört nach ihren Angaben auch Mahdi Joshua Reinish vom Islamischen Zentrum an, das von regierungstreuen iranischen Schiiten geleitet werde. Diese gälten den Verfassungsschutzschutzämtern als Propagandisten und treue Verfechter des iranischen Staatsislams.

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