Die Eröffnung des Ausstellungsraums, in dem Leder angefasst werden darf, war ein Kraftakt

Finanzielles

Ledermuseum in Offenbach: Geld für Werbung nötig

Das Land möchte an der Trägerschaft des Ledermuseums in Offenbach nichts ändern.

Seidenstiefel von Kaiserin „Sisi“ Elisabeth oder asiatische Schattenspielfiguren, das Deutsche Ledermuseum beherbergt so manchen Schatz. Die Kostbarkeiten zeitgemäß zu präsentieren, sie zu erhalten, aber ist ein Kraftakt: Seit Jahren ist das Museum unterfinanziert.

Da die finanziell klamme Stadt dem Museum keine größere Finanzspritze gewähren kann, setzt Museumsdirektorin Inez Florschütz ihre Hoffnung auf das Land. Zumal im vergangenen Jahr die schwarz-grüne Koalition eine Erhöhung des derzeitigen Landeszuschusses von 220 000 Euro pro Jahr in Aussicht stellte. Sogar in den Koalitionsvertrag wurde dies aufgenommen. Eine Anfrage der FDP ergab nun, dass das Land immer noch über die angekündigte Verdopplung der institutionellen Förderung berät. Erst, so heißt es im Antwortschreiben des Landtags an die FDP-Fraktion, müssten die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen geklärt sein, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sei noch mit Vorbereitungen beschäftigt.

Im Rahmen der Gesprächsreihe „Leder im Wandel“ unterhalten sich am Sonntag, 2. Juni, ab 11 Uhr Lederwarenhersteller der Region über „Offenbacher Lederwaren zwischen Tradition und Gegenwart“. Der Eintritt beträgt acht Euro.

www.ledermuseum.de

Eine Absage erteilte die Koalition aber den Überlegungen, die Trägerstruktur des Museums zu ändern. Das Museum ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Ministers für Wissenschaft und Kunst, die Führung wird von einem Senat bestehend aus Vertretern von Stadt, Land und Wirtschaft geregelt. Die FDP hatte eine Neuregelung vorgeschlagen, um die Trägerstruktur zu vereinfachen. Auch Museumsdirektorin Florschütz stand dem Vorschlag offen gegenüber.

„Ich sehe aber zuversichtlich in die Zukunft, dass unser Budget erhöht wird“, sagt Florschütz auf Nachfrage der FR. Bisher seien nur kleine Schritte möglich, eine Digitalisierung der Sammlung sei mit der momentanen finanziellen Ausstattung nicht zu stemmen. Ein Kraftakt sei die Eröffnung eines neuen, multimedialen Ausstellungsraumes gewesen, in dem Leder auch angefasst werden darf. „Solche modernen museumsdidaktischen Ansätze bräuchte es mehr, doch dafür fehlt das Geld“, sagt sie. Auch die dringend benötigte Werbung und eine Aufstockung des Personals sei nur mit mehr Geld vom Land zu machen.

Besonders in die Werbung müsste investiert werden, um die Besucherzahlen zu steigern. Denn die lassen noch zu wünschen übrig. Zwar betont Florschütz, dass man die Besucherzahlen aus dem Jubiläumsjahr 2017 im vergangenen Jahr habe annähernd halten können, doch gebe es noch genügend Luft nach oben. „Wir haben aber nur ein winziges Budget und eineinhalb Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter“, sagt sie, für Führungen und Workshops blieben da kaum Möglichkeiten. „Ohne die finanzielle Hilfe der Dr.-Marschner-Stiftung hätten wir schon den neuen Ausstellungsraum nicht eröffnen können“, sagt sie.

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