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Schwimmflügel schützen Nichtschwimmer (Symbolfoto).

Offenbach

Mutter rettet in Offenbach Zweijährigen aus tiefem Wasser

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Schwimmbadbetreiber raten in Offenbach zur Vorsicht beim Planschen mit kleinen Kindern.

Schwimmbadbetreiber raten wie jedes Jahr auch in diesem Sommer beim Besuch der oft überfüllten Freibäder in der Region zur Vorsicht – vor allem, wenn man mit kleinen Kindern, die noch nicht schwimmen können, unterwegs ist. Erst am Donnerstag wäre es im Offenbacher Waldschwimmbad Rosenhöhe fast zu einem Unglück gekommen. Ein zweijähriger Junge musste von seiner Mutter aus den Tiefen des Schwimmerbeckens gerettet werden, nachdem dieser einem Ball nachgelaufen war, mit dem er zuvor im Babybecken gespielt hatte. So erzählt es die Mutter aus Offenbach der Frankfurter Rundschau. Ihr zwei Monate altes Baby habe sie während der Rettungsaktion schnell noch in den Kinderwagen „werfen“ können – sonst wäre sie zu spät gewesen.

„Hätte ich nicht so schnell gehandelt, wäre ich jetzt Teil einer Horrorstory“, sagt die Mutter. Sie richtet schwere Vorwürfe gegen den Schwimmbadbetreiber, den Ersten Offenbacher Schwimmclub von 1896 e.V. Denn: Auf ihre Hilfeschreie habe niemand reagiert, die Beckenaufsichten seien in ein Gespräch vertieft gewesen und hätten zudem danach auf ihre Beschwerde pampig reagiert.

Vorwürfe gegen Badpersonal

Verärgert reagiert Matthias Wörner, der 1. Vorsitzende des Betreibervereins am Waldschwimmbad. „Die gute Frau soll sich die Badeordnung anschauen“, sagt er und führt aus: „Für kleine Kinder ohne Schwimmflügel kann das Badpersonal nicht verantwortlich gemacht werden.“ Das stehe auch in der Badeordnung. Sehe man Kleinkinder ohne Schwimmflügel, hole man diese deshalb auch aus dem Wasser.

Im Gespräch mit Wörner wird aber auch klar: Es ist wohl oft schlicht viel zu viel los im Freibad, um ständig alles im Blick zu behalten. An einem heißen Wochenendtag kämen rund 4000 Menschen ins Waldschwimmbad, rechnet Wörner vor – bei fünf bis sechs Angestellten, die alles überwachen sollen. Ein zweites Schwimmbad gibt es in der Großstadt Offenbach nicht, deshalb konzentriert sich alles auf der Rosenhöhe. Ob es nicht trotzdem besser wäre, Personal gezielt in der Nähe des Kleinkinderbeckens zu positionieren, wo immer mal etwas passieren kann? „Das ist eine subjektive Meinung“, sagt Wörner, der dann noch einmal an alle Badegäste appelliert, sich die Badeordnung anzuschauen.

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