Offenbach

Festival in Corona-Zeiten

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Das „Parkside im Hof“ in Offenbach passt sich den Gegebenheiten an.

Sollte irgendwann ein Soundtrack zur Corona-Krise zusammengestellt werden, dürfte dieser Song nicht fehlen: „Murder Most Foul“, ein zitatschweres, apokalyptisches Stück, urplötzlich rausgehauen von Bob Dylan, als die Infektionszahlen weltweit nach oben schossen. Volker Rebell hat den Song ins Deutsche übertragen, ebenso wie vier weitere Stücke des jüngst erschienenen neuen Dylan-Albums „Rough And Rowdy Ways“. Sie wurden prompt eingearbeitet in das Programm des Eröffnungskonzerts von „Parkside im Hof“. Am Donnerstag, 2. Juli, präsentierte die Rebell(i)sche Studiobühne zum Auftakt des Festivals die aktualisierte Version von „Wie ein rollender Stein – Dylan auf Deutsch“ unter Mitwirkung von Moritz Stoepel, Christopher Herrmann und Volker Rebell auf der Bühne vor den Offenbacher Parkside-Studios.

Bis zum 29. August gibt es auf dem ehemaligen Clariant-Gelände in Offenbach jede Woche von Donnerstag bis Samstag Livemusik und Open-Air-Kino. Die Stadt Offenbach, der Lederpalast, der Filmklubb, die Akademie für interdisziplinäre Prozesse (Afip) und die Rebell(i)sche Studiobühne haben das Sommerfestival „Parkside im Hof“ erdacht und organisiert, alles unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regelungen. Im vorgeschriebenen Abstand werden im Hof mit Blick auf die Bühne vor dem denkmalgeschützten Badehaus und Kasinogebäude der Oehler-Werke 100 Sitzplätze aufgestellt.

30 Veranstaltungen geplant

Das Programm für den Sommer in Offenbach umfasst etwa 30 Veranstaltungen. Weiter geht es am Freitag, 3. Juli, mit einer Sommerabendserenade mit dem Kammerorchester des Capitol Symphonie Orchesters. Mit dabei ist natürlich auch der hessische Kabarettist Henni Nachtsheim, der am Samstag, 4. Juli, sein Best-of-Soloprogramm „Null Null Sibbe“ aufführt und fragt: Wie schlau sind die Hessen eigentlich genau? Und vor allem: Warum? Was macht einen Superhelden wirklich aus? Wieso kann man Fußball von früher mit dem von jetzt nicht wirklich vergleichen?

Die folgende Festivalwoche beginnt am Donnerstag, 9. Juli, mit The OhOhOhs und ihrer „Konzertanten Clubmusik“. Am Freitag, 10. Juli, präsentiert das Afip den Pianisten Andrey Shabashev, den Bassisten Michael Höfler und den Schlagzeuger Lutz Jahnke mit ihrem Projekt auf der Bühne im Hof, bevor am Samstag, 11. Juli, Jazzgitarrist Michael Sagmeister und Jazzsängerin Antonella D’Orio das Wochenende beenden.

Mit von der Partie sind unter anderem auch Sabine Fischmann und Ali Neander mit ihrem Duoprogramm (16. Juli), das Isenburg Quartett mit Werken von Haydn, Borodin und Skalkottas (23. Juli) sowie der Cellist Christopher Herrmann und der Jazzmusiker und Komponist Lutz Jahnke (15. August).

Vom 20. bis 22. August widmet die Rebell(i)sche Studiobühne den Rolling Stones und den Beatles ein Wochenende, speziell den Alben „Beggars Banquet“, „Let it Bleed“, „A Hard Day’s Night“, „Help“, „White Album“, „Abbey Road“ und „Let It Be“. Der Filmklubb Offenbach und das Ledermuseum zeigen im August unter anderem die Filme „A Star Is Born“ (1. August) und „Bohemian Rhapsody“ (8. August). Zum Abschluss am Samstag, 29. August, zeigt das Free-Jazz-Kollektiv Sudden Orchestra seine Kunst.

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