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Das neuartige Vitrinensystem KLIR macht es möglich, das Messeler Urpferdchen digital zu entdecken.

Offenbach

Auf Entdeckungstour in Offenbach

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Die Semesterarbeiten stoßen beim 22. Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung in Offenbach  auf großes Besucherinteresse

Grafiken, Plastiken, Objektstudien oder Designideen: Die Hochschule für Gestaltung (HfG) hat am Wochenende wieder zum jährlichen Rundgang geladen und die Studenten ihre Semester- und Abschlussarbeiten vorgestellt. Von Freitag bis Sonntag haben die Besucher die Chance genutzt und sind auf Entdeckungstour gegangen. Im wahrsten Wortsinn, denn die Hochschulgebäude sind eine wahre Überraschungskiste. An fast jeder Ecke, in beinahe allen Räumen gibt es etwas zu entdecken oder wird etwas vorgestellt.

„Das ist sicher schon das siebte Mal, dass ich den HfG-Rundgang besuche“, sagt Marcel Richter. Mit Kunst habe er als Kaufmann zwar wenig zu tun, aber die HfG-Arbeiten interessieren ihn sehr. „Es ist immer spannend, was hier ausgetüftelt wird“, sagt er. Besonders der Fachbereich Design hat es ihm angetan. Dort wird etwa das „Convercycle“-Fahrrad gezeigt - ein Rad, das sich ausfalten lässt und Platz für Pakete und Taschen bietet. „Es gibt ja schon Klappräder, aber ausfaltbare Räder sind eine clevere Sache“, sagt Aylin. Die Schülerin ist mit Freunden aus Mainz nach Offenbach gekommen, um den Rundgang zu besuchen. Sie überlegt, ein Studium im Bereich Design später aufzunehmen. „Die HfG hat halt einen tollen Ruf“, sagt sie.

Ihre Freunde haben indessen im Nachbarraum die Möbelentwürfe entdeckt, etwa Bürohocker, die rasch zu einer Liege umgebaut werden können. Die kleinen Modelle für die Gestaltung der U-Bahnstation Hauptwache an der Wand im Nachbarflur bleiben dagegen eher unbeachtet: Zu sehr ziehen andere Objekte die Aufmerksamkeit auf sich.

Etwa das Vitrinensystem KLIR: Am Beispiel des Messeler Urpferdchens zeigen Anita Bhuiyan, Hui Qu und Yuqin Wu den Einsatz digitaler Medien. Ein Abguss des Urpferdchens darf von den Besuchern berührt werden, ein Sensor registriert die Position der Hand und zeigt auf einem durchsichtigen Bildschirm ein hochaufgelöstes Detailbild des Urpferdchens. Noch will der Sensor zwar nicht immer korrekt reagieren, aber die Idee begeistert die Besucher. „Das kann ich mir richtig gut im Museum vorstellen“, sagt eine Frau.

Digitaltechnik ist auch im Fachbereich Kunst gefragt, dort werden etwa Animationen gezeigt. Mittels Kamera werden die Bewegungen der Besucher in Echtzeit übertragen und verfremdet abgebildet. Aber auch ganz traditionelle Handwerkstechnik wird ausgestellt, etwa Glasarbeiten. Tiefdunkel sind die gläsernen Klangschalen, die Felicithas Arndt ausgestellt hat, während Franca Tasch Glas zeigt, das wie Plastik daherkommt und so manchen Besucher rätseln lässt, ob nicht doch Plastikfolienschnipsel da aufeinandergereiht sind. Und doch handelt es sich um Glas, wenn auch um hauchdünnes, „Glastik“ nennen sich die gezeigten Objekte.

Gerade bei Kindern steht Lara Bohes Installation „Untersuchung zu Grenzflächenspannung“ hoch im Kurs: Aus einer erhitzten Schale tropft beständig Wachs in ein Wasserbecken und wird davongetrieben - Kinder helfen da gerne auch mit Pusten etwas nach.

Bei allem Lob für die ausgestellten Arbeiten gibt es aber auch Kritik- an der Wegführung. „Darüber ärgere ich mich jedes Jahr, dass ich plötzlich vor verschlossener Tür stehe und mir einen Weg suchen muss“, sagt Marcel Richter. Im Raum mit den Infografiken findet es eine Besucherin „unglaublich, dass die Studenten so tolle Grafiken machen können, bei der Wegbeschreibung aber auf ganzer Linie versagen.“

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