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Neuer Entwurf: Klinkerfassde und Dachbegrünung.

Offenbach

Ende des Stillstands bei Toys’R’Us-Bau in Offenbachs Innenstadt naht

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Der Mäckler-Entwurf für den 100-Millionen-Euro Neubaukomplex in Offenbach ist hinfällig. Martin Wentz stellte die  geänderte Planung vor: Knackpunkt war der S-Bahn-Zugang.

Der Stillstand beim Toys’R’Us-Betonklotz in exponierter Innenstadtlage, dessen Abriss nicht nur Stadtplaner herbeisehnen, scheint beendet zu sein. Gestern präsentierten Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) und Investor Michael Dietrich gemeinsam die überarbeiteten Pläne zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan, die der Magistrat bereits beschlossen hat. Mit dem früheren Frankfurter Planungsdezernenten Martin Wentz stellten sie auch einen neuen Projektplaner, der wohl dazu beigetragen hat, dass Bewegung in das erheblich in Verzug geratene Neubauprojekt gekommen ist.

Das städtebaulich so wichtige Vorhaben war vergangenes Jahr ins Stocken geraten, unter anderem wegen der Pleite des Ankermieters Toys’R’Us und der Neuplanung von Wegebeziehungen in dem Gebäude. Nach den Plänen des Frankfurter Architektenbüros Christoph Mäckler sollte der Toys’R’Us-Komplex mit dem unansehnlichen Parkhaus abgerissen werden und einem Neubau mit Läden, Büros, Wohnungen und einem nach innen verlegten Parkhaus plus Tiefgarage weichen. Diese Pläne sind jetzt hinfällig, wie der Vortrag von Wentz zu den Entwürfen der Berliner Architekten Tchoban Voss deutlich machte.

Das sind die wesentlichen Änderungen: Es gibt keinen Komplettabriss mehr. Der östliche Teil des Parkhauses bleibt stehen und wird saniert. Die Tiefgarage ist nicht mehr nötig. Die Kita wird auf dem Dach neu errichtet und vier- statt dreizügig. Wie von den Stadtverordneten gefordert, wird es im Erdgeschoss des Parkhauses einen Fahrradladen, öffentliche Toiletten und einen Zugang zum Fahrradparkhaus mit 650 Stellplätzen im Untergeschoss geben. Bedenken der Industrie- und Handelskammer und des Einzelhandels wurden berücksichtigt und die Ladenflächen stark reduziert.

S-Bahn-Zugang Knackpunkt

Nach Angaben von Wentz, der von Dietrich als Berater und Projektsteuerer geholt wurde, war der S-Bahn-Zugang der Knackpunkt gewesen. Nach den alten Plänen sollte ein neuer S-Bahn-Zugang von der B-Ebene ins Gebäude geschaffen werden. Das hätte Wentz zufolge ein Planfeststellungsverfahren und eine Verzögerung von „locker“ drei Jahren zur Folge gehabt. Nach Angaben des Investors hätte das für ihn das Aus des Projekts bedeutet. Jetzt wird der bestehende Treppenaufgang genutzt und überdacht. Vertraglich soll das öffentliche Wegerecht auf der Privatfläche sichergestellt werden.

Auch die Architektur und Fassaden unterscheiden sich von dem Mäckler-Entwurf. Statt eines großen Gebäudes gliedere sich der Komplex nun in mehrere Häuser und nehme damit „normale städtische Formen auf“, so Wentz. Auch die Klinkerfassade mit ihren unterschiedlichen Fensterformaten passe sich besser ins Umfeld ein, meinte er.

Das geplante Hochhaus soll mit 19 Geschossen (statt bisher 14) deutlich höher werden. Es ist geplant, für das Hochhaus einen Wettbewerb durchzuführen und einen Gestaltungsbeirat einzurichten. Weil das Zeit kostet, wird es nacheinander zwei Teilbebauungspläne geben, Priorität hat der Neubau im Westen.

Wentz sagte, Ziel sei es, im April mit dem Abriss des Parkhausteils zu beginnen. Wenn alles gut gehe, könne im Sommer 2020 die Baugenehmigung für den Bauteil West vorliegen. Der Investor hofft, dass das Wohn- und Geschäftshaus 2022 und das Hochhaus 2023 fertiggestellt ist.

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