Offenbach

Offenbach: Lob für Rechenzentrums-Neubau der EVO

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) lobt den Rechenzentrums-Neubau der EVO an der Kreuzung von Goethering und Bettinastraße.

160 Millionen Euro lassen sich die Energieversorgung Offenbach (EVO) und zwei Partner das neue Rechenzentrum kosten, das auf einer ungenutzten, knapp 8000 Quadratmeter großen Betriebsfläche der EVO an der Kreuzung von Goethering und Bettinastraße entsteht. Die Grundsteinlegung sollte am vergangenen Freitag mit viel Prominenz gefeiert werden. Doch wegen des Coronavirus wurde der Termin abgesagt. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der als Gastredner sprechen sollte, war dennoch voll des Lobes für das Projekt.

Laut einer Mitteilung sprach er von einer „klugen Investition für das Unternehmen, die den Standort stärkt“. Denn Rechenzentren zögen andere Unternehmen an, deren Geschäftsmodelle auf digitalen Prozessen aufbauten. Der EVO soll es ordentlich Gewinn bringen.

Das Rechenzentrum entsteht in der Nähe eines der weltweit wichtigsten Internetknoten DE-CIX jenseits des Mains an der Hanauer Landstraße in Frankfurt, um den herum sich inzwischen 40 Prozent der deutschen Großrechenzentren konzentrieren.

Für den Gebäudekomplex in Offenbach ist eine Bruttogeschossfläche von rund 22 000 Quadratmetern geplant. In den Räumen sollen nach Fertigstellung rund 3 300 Computer-Schränke Platz finden.

Langfristiger Vertrag mit Ankermieter

Für einen wesentlichen Teil der Leistung sei mit einem sogenannten Ankermieter bereits ein langfristiger Vertrag abgeschlossen worden, teilte die EVO mit. Die Errichtung des Rechenzentrums ist in mehreren Bauphasen geplant, der erste Teilabschnitt soll im Oktober den Betrieb aufnehmen. Bauherr und Betreiber ist die „Main DC Offenbach GmbH“, ein Joint Venture der EVO, des luxemburgischen Rechenzentrumbetreibers Vantaga Data Centers und der in Deutschland ansässigen DC Datacenter Group GmbH.

An der neuen Gesellschaft hält die EVO 50 Prozent der Anteile, die Vantage 40 Prozent und die Data Center Group 10 Prozent. Letztere soll als Generalübernehmer den schlüsselfertigen Bau verantworten.

Nach Angaben von Al-Wazir wird angesichts der Corona-Krise die Bedeutung einer leistungsfähigen Dateninfrastruktur noch einmal deutlicher, „wenn unzählige Beschäftigte von einem Tag auf den anderen ins Home-Office gehen, Schülerinnen und Schüler online lernen und Sitzungen als Videokonferenzen stattfinden“.

Es sei gut, dass die Betreiber ihre Kapazitäten kontinuierlich ausbauten. Auch deshalb habe der sprunghafte Anstieg des Datenverkehrs in den vergangenen Tagen bisher keine wesentlichen Probleme verursacht. Er hoffe, dass das so bleibe und die aktuellen Erfahrungen zu einem weiteren Ausbau führten.

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