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Derzeit ohne Besuch: Susanne Meyer und Minischwein „Bifi“ im Offenbacher Waldzoo.  

Corona-Krise

Spendenaktion rettet Waldzoo in Offenbach

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Hunderte folgen einem Aufruf des wegen des Coronavirus geschlossenen Waldzoo in Offenbach. Dessen Leiterin wünscht sich bei längerer Schließung städtische Hilfe.

Offenbach - Der Offenbacher Waldzoo mit seinen rund 300 Tieren ist gerettet – zumindest vorerst. Das sagt auf Nachfrage Susanne Meyer, die die private Pflegeeinrichtung für Wild- und Haustiere am Rande Offenbachs mit ihrem Mann betreibt. Das Paar hatte nach der coronabedingten Schließung des Zoos Anfang der Woche im Internet einen Spendenaufruf gestartet. „Die fehlenden Einnahmen könnten das Ende des Offenbacher Waldzoos bedeuten“, hatte Meyer darin geschrieben. Denn der Zoo sei im Winter wegen des vielen Regens nicht gut besucht gewesen, die Rücklagen seien nun weitgehend aufgebraucht. Und nun fielen auch noch die Eintrittsgelder der Frühlingszeit aus. 

Doch Stand Freitag haben bereits mehr als 400 Menschen für den Waldzoo gespendet: „So viele, dass wir uns für die nächsten vier Wochen keine Sorgen machen müssen“, freut sich Meyer. Auf Facebook hatte sie zuvor geschrieben: „Wir sind wirklich überwältigt von diesem Zusammenhalt.“ Sie hofft nun, dass der Zoo in einigen Wochen wieder geöffnet werden kann.

Coronavirus: Waldzoo Offenbach kauft von Spenden Futter

Unterstützen

Futter- und Geldspenden nimmt der Waldzoo vor dem geschlossenen Eingang in der Waldstraße 275 an.

Auch im Internet kann man spenden: Mehr Informationen dazu gibt es auf der Facebookseite des Zoos und auf der Seite www.waldzoo-offenbach.de.

Wer ein verletztes Wildtier gefunden hat, kann sich unter 069/85 2520 an das Waldzoo-Team wenden. fab

Auch vor Ort in der Waldstraße kann man dem Zoo Geld spenden, indem man die Münzen oder Scheine in eine kleine Box wirft. Außerdem hat das Zoo-Team eine Kiste aufgestellt, wo Futter für die Tiere eingeworfen werden kann. Denn, wie Meyer sagt: „Futter geht immer.“ Während die Vögel im Zoo meist Trockenfutter erhalten, äßen die meisten Tiere – darunter beispielsweise Frettchen, Kaninchen oder Waschbären – sehr gerne auch Obst und Gemüse.

Die eingenommenen Spenden helfen dem Waldzoo dabei, auch während der Schließung Futter einkaufen und die Angestellten weiter bezahlen zu können. Eine Ehrenamtliche, die den Telefondienst des Zoos betreut, arbeitet wegen des Coronavirus nun von zu Hause aus. Bei ihr kann man sich weiterhin melden, wenn man ein verletztes Wildtier gefunden hat.

Coronavirus: Waldzoo Offenbach hofft auf Unterstützung der Stadt

Im Waldzoo kümmert man sich seit 1965 darum, dass solche Tiere wieder gesundgepflegt werden. Manchmal werden auch einfach Tiere vor dem Tor des Zoos ausgesetzt: Das Personal hat dort schon Kaninchen, Meerschweinchen, Landschildkröten, Vögel und sogar eine Katze eingesammelt.

Noch unklar ist, wie es mit dem Waldzoo weitergehen soll, falls die zwangsweise Schließung länger dauern sollte als einige Wochen. In diesem Fall hoffe man auf eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt, sagt Susanne Meyer. Denn derzeit finanziere man sich ausschließlich über die Eintrittsgelder. Damit müssten neben dem Personal und Futter auch Materialien wie Heu und Stroh bezahlt werden sowie Energierechnungen und Tierarztbesuche. Ein Sprecher der Stadt sagte, man werde „in den nächsten Tagen überlegen, wie die Stadt hier konkret noch behilflich sein kann“. Unterstützung gab es schon einmal: 2009 hatten die Stadtverordneten einer Zahlung von 9 000 Euro für Ausbesserungsmaßnahmen im Waldzoo zugestimmt.

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