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Die Hochschule für Gestaltung empfäng im Sommer keine neuen Studierenden aus China.

Hochschule für Gestaltung

Wegen Coronavirus: Hochschule in Offenbach lehnt Studierende aus China ab

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Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) nimmt im nächsten Semester keine chinesischen Gaststudierenden an. Auf Twitter gibt es Kritik.

  • Die Hochschule für Gestaltung nimmt keine Studenten aus China mehr an
  • Grund ist der Coronavirus 
  • Auf Twitter gibt es dafür Kritik

Offenbach - Die Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) wird zum Sommersemester, das im April beginnt, keine Studierenden aus China empfangen – zum Schutz vor dem Coronavirus. Diesen weitreichenden Schritt verkündete die Hochschule vergangene Woche in einer E-Mail an Studierende. 

In dem Schreiben, das der FR vorliegt, kündigte die HfG zudem an, diesen Sommer keine Studierenden oder Lehrenden nach China zu entsenden. Bereits erteilte Genehmigungen für Dienstreisen werden „bis auf Weiteres“ aufgehoben.

Die Kanzlerin der HfG, Susanne Eickemeier, rechtfertigt den Beschluss: „Wir mussten überlegen, wie wir unsere Leute vor dem Coronavirus schützen.“ Rund 35 Menschen aus China studieren derzeit an der HfG. 

Offenbach: Ausschluss wegen Coronavirus sorgt für Kritik auf Twitter

Fünf Chinesinnen und Chinesen, die im April nach Offenbach kommen wollten, habe man abgesagt und stattdessen einen Aufenthalt im Wintersemester angeboten. Sowohl diese Studierenden als auch diejenigen, die im April von Offenbach aus für ein Semester nach China aufbrechen wollten, habe man persönlich kontaktiert. Alle seien „sehr verständnisvoll“ gewesen, so Eickemeier.

Weniger Verständnis gibt es auf Twitter: Der Mitbewohner eines HfG-Studenten hatte in seiner Offenbacher WG-Küche von dem Vorgehen der Hochschule erfahren und dies anschließend auf Twitter scharf kritisiert. „Das ist eine krasse Diskriminierung für chinesische Studenten“, sagte er der FR. Unter anderem sei es problematisch, dass man sich mit dem Verbot noch nicht einmal auf bestimmte chinesische Regionen beschränkt habe.

Eine Kunststudentin, die als Taiwanesin aber nicht direkt betroffen ist, sagte der FR, sie empfinde den Schritt, bis Herbst keine neuen Personen aus China an der HfG studieren zu lassen, als „zu hart“.

Offenbach: Universitäten der Region verhaltener im Umgang mit Coronavirus

Das Vorgehen der HfG ist ungewöhnlich: Der Umgang anderer Hochschulen und Universitäten in der Regionmit dem Thema Coronavirus ist verhaltener. Die Frankfurter Goethe-Universität beschränke sich laut einem Sprecher derzeit zum Beispiel darauf, Beleidigungen chinesischer Uniangehöriger zu verurteilen, zu denen es in den letzten Wochen im Zuge der Virusausbreitung an einigen Hochschulen gekommen war. Die Technische Universität Darmstadt, die bei chinesischen Studierenden beliebt ist, hat Handlungsempfehlungen veröffentlicht – darunter Hygienetipps. Ähnlich handhabt es die Frankfurt University of Applied Sciences – sie hat laut einem Sprecher zudem unter anderem Desinfektionsmittelspender bestellt.

Offenbach: Entscheidung ist wegen Coronavirus reversibel

Man wolle mit den vergleichsweise weitreichenden Maßnahmen „keineswegs Rassismus Vorschub leisten“, betont eine Sprecherin der HfG. Kanzlerin Eickemeier erklärt zudem, dass man die Beschränkungen, falls die Gefahr durch das Coronavirus bald abnehmen sollte, auch wieder rückgängig machen könne. Das hessische Wissenschaftsministerium äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht zu dem Thema.

Von Fabian Scheuermann

Das Coronavirus rückt näher, inzwischen gibt es auch mehrere Fälle in Deutschland. Die Krankenhäuser in Offenbach und der Region sind auf einen Ausbruch vorbereitet.

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