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Die alten Etiketten müssen weg: Josip Budimir in seinem Atelier.

Neuer Name

Offenbacher Pils heißt jetzt „Verboten gut“

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Das Offenbacher Pils heißt jetzt „Verboten gut“ und wird wieder verkauft.

Josip Budimir hat nicht resigniert, als ihm das Landgericht Darmstadt im vergangenen Jahr eine Strafe von bis zu 250 000 Euro androhte, sollte er weiter sein „Offenbacher Pils“ verkaufen. Die Wettbewerbszentrale hatte nach dem Hinweis eines offensichtlich missgünstigen Mitbewerbers moniert, dass das Bier gar nicht in Offenbach, sondern im fränkischen Arnstein gebraut wurde. Deshalb dürfe auf den Flaschen nicht der Name Offenbach stehen.

Der zweifache Familienvater und Absolvent der Hochschule für Gestaltung (HfG) unterschrieb eine Unterlassungserklärung und einigte sich außergerichtlich mit der Wettbewerbszentrale, die ihm erlaubte, seine Bestände bis Ende September 2018 zu verkaufen. Seitdem war das Pils, das zwei Jahre lang in Super- und Getränkemärkten in der Stadt und im Umland, im Offenbacher Kultur-Waggon und im Eiscafé Triangolo angeboten worden war, nicht mehr zu haben. Und die 100 000 Etiketten musste er einstampfen.

Doch jetzt können Fans des Offenbacher Biers aufatmen. Wie Budimir auf Anfrage mitteilte, wird das Bier ab 8. Februar zunächst im Getränkemarkt Zilch, bei Edeka Stenger und bei Rewe im Ringcenter erhältlich sein, ab März auch wieder im Teeladen und im Kultur-Waggon.

Das Pils hat jetzt einen neuen Namen. Es heißt „Verboten gut“. Damit will der 39-Jährige ausdrücken, dass sein Pils wohl so gut war, dass es verboten werden sollte. Nach wie vor zieren Eichel und Eichenblätter, die an das Offenbacher Stadtwappen erinnern, das rote Etikett.

„Bier gehört zu Offenbach wie der Main“

Doch mit dem bloßen Verkauf will sich der Grafikdesigner nicht mehr zufrieden geben. „Denn Bier gehört zu Offenbach wie der Main“, ist er überzeugt. Jetzt schwebt ihm vor, eine eigene Brauerei in seiner Heimatstadt zu eröffnen. Dazu sucht er geeignete Räume. Am liebsten wäre ihm eine alte Metzgerei wegen des gut ausgebauten Abwassersystems. Aber auch eine Halle oder Gaststätte käme in Frage. Sie müsste aber groß genug sein, um dort auch eine kleine Brauerei unterzubringen und noch Platz für Bierbänke, Theke und eine kleine Bühne zu haben. Denn inzwischen hat Budimir weitere Pläne. Er möchte sich auch kulturell engagieren und lokale Bands oder Künstler auftreten lassen. „Ich komme schließlich aus der kreativen Ecke.“

Budimir ist in Gesprächen mit der städtischen Wirtschaftsförderung und mit der Industrie- und Handelskammer, die ihm zwei Berater nannte. Die beiden Experten sollen ihm bei der Aufstellung eines Finanzierungsplans helfen. Für März ist ein erstes Treffen verabredet.

Budimir hofft, dass eine Bank ihm das nötige Geld leiht. Doch zuvor müssen Konzept und Finanzplan stehen. Auch über Crowdfunding denkt er nach. Dabei geht es ihm aber weniger ums Geld als darum, interessierte Menschen mit ins Projekt zu holen. Der 39-Jährige ist guter Dinge, seinen Traum von der eigenen Brauerei verwirklichen zu können. „Die Stadt hilft mir. Sogar der Oberbürgermeister hat schon angerufen und gefragt, ob er mich unterstützen könne“, sagt er.

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